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Freitag, 11. Oktober 2013

Eine Romanze geht zu Ende



Eine Romanze geht zu Ende, nach 2 Jahren und 5 Tagen muss ich nun leider die Trennung bekannt geben. Das ist die totale Zeit, die ich in Australien verbracht habe. Dies ist nun der definitiv letzte Eintrag aus Australien. 736 Tage. Jeder einzelne bleibt unvergesslich. Die letzten 2 Wochen waren nur nochmal eine kleine Zugabe. Eines ist mir dann aber doch noch aufgefallen. Westaustralien schlägt definitiv die Ostküste. Die Westküste Australiens übertrumpft einfach alles, was ich bis jetzt gesehen habe, selbst den Pazifik.

Wenn ihr jedoch glaubt, die Reise geht zu Ende, dann liegt ihr falsch. Wir tauchen jetzt in ein ganz neues Kapitel ein. Es geht auf nach Bali, Indonesien. Ein Teil meines Herzens lasse ich jedoch hier in Australien!

Byron Bay

Meine letzte Station in Australien: Byron Bay. 3 Tage habe ich hier verbracht.  Noch ein allerletztes Mal australische Luft geschnuppert. Noch ein letztes Mal den australischen Lebenstil gefröhnt. Noch ein letztes Mal Alles genossen, was ich in den letztes 2 Jahren genossen habe. Ohhh… Ich werde dieses Land so vermissen. Aber kommen wir zu Byron Bay. Byron Bay ist ein kleines Städtchen 1 Stunde südlich der Gold Coast. Auch hier dreht sich Alles ums Surfen. Es gibt einen wunderschönen Wanderweg an der Küste entlang, der hinauf au einen Leuchtturm führt, von dem man einen wundervollen Ausblick auf das Umland hat. Nun habe ich ja schon so ziemlich jedes Tier in Australien in der Wildnis gesehen. Känguruhs, Krokodile, Schlangen, Koalas, Emus, Schildkröten, Delfine und und und. Ein Tier war aber noch auf meiner Liste, dass ich selbst im Pazifik nicht gesehen habe. Riesengroße Blauwale. Und nun ratet mal, welches Spektakel mir sich auf diesen Wanderweg geboten hat. Richtig. Riesengroße Wale springen im Meer aus dem Wasser. Ihr glaubt mir nicht, dann seht es selbst auf den Bildern. Auch eine ganze Horde Delfine sind an der Küste entlang geschwommen. Australien machts möglich :) Außerdem befindet befindet sich auf dem Weg auch noch der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Am zweiten Tag habe ich mich natürlich selbst nochmal aufs Surfboard geschwungen und ein letztes Mal die Wellen geritten… also zumindest versucht :D Am letzten Abend ging es dann nochmal feuchtfröhlich her bei einem Bikini Contest in einen der lokalen Clubs. Ich hatte meinen Spaß. 

Byron Bay ist ziemlich relaxt und hat einiges zu bieten. Allerdings hätte ich mir ein wenig mehr von Byron Bay versprochen. Viele Backpackern schwärmen von Byron Bay. Sooo toll fand ich es dann aber auch nicht. Es ist ungefähr in die Kategorien von Noosa und Agnes Water einzuordnen. Oder vielleicht habe ich einfach zu hohe Erwartungen nach 2 Jahren Australien haha.















 Riesige Buckelwale



Surfers Paradise & Gold Coast

Nach meiner Woche in Brisbane ging es auf nach Surfers Paradise. Ich muss mal erwähnen. Dass ich den guten alten Brendan ziemlich vermisse. Der hätte mich wahrscheinlich immer noch überall hingebracht. So musste ich jetzt wieder auf den konventionellen Zug und Greyhoundbus zurückgreifen.
Surfers Paradise liegt an der Gold Coast. Die gesamte Küste bildet eine einzige Stadt. Die einzelnen Städte, wie Surfers Paradise, gehen nahtlos ineinander über. Die gesamte Gold Coast ist die 6 größte Stadt Australiens mit 600000 Einwohnern. Der Hauptort, wo es auch die ganzen Wolkenkratzer zu bestaunen gab, ist Surfers Paradise. Wie der Name schon sagt, dreht sich an der Gold Coast alles ums Surfen. Irgendwie kamen bei Surfers Paradise so ein wenig Erinnerungen an Dubai hoch, wo an jeder Ecke Wolkenkratzer gebaut werden. Das Komische ist, dass es in Surfers Paradise fast keine Bürohochhäuser gibt, sondern alle Wolkenkratzer sind entweder Hotels oder Wohnungen. 

Ich habe selbstverständlich ein wenig am Strand verbracht und bin ein wenig durch die Stadt geschlendert. Dann bin ich auf die Aussichtsplatform des Q1-Towers hochgefahren. Der Q1-Tower ist mit über 300m das höchste Gebäude Australiens, ja sogar der gesamten südlichen Hemissphäre. Nicht in Sydney oder Melbourne, nein in Surfers Paradise steht das höchste Gebäude Australiens. Die Aussicht vom 77.Stockwerk ist natürlich fantastisch, zumal man auch noch den Strand und das Meer sehen kann. Dann bin ich auch noch in eine Show gegangen, die sich Infinity nennt. Im Dunkeln wurden einen mit Lasern und Lichtern die Unendlichkeit näher gebracht. Man durfte leider keine Bilder machen. War es aber wert.
Dann habe ich mir am letzten Tag noch ein Fahrrad geschnappt. Man will ja auch ein wenig fit bleiben nicht war ;) Naja jedenfalls ging es dann an der Küste entlang 10km bis Burleigh Heads, wo man noch mal einen schönen Ausblick auf die Wolkenkratzer von Surfers Paradise hatte. 

Manche Leute reden Surfers Paradise und die Gold Coast ein wenig schlecht, weil es halt sehr glamurös und schicki-micki ist, aber ich fand es wirklich schön dort. Es ist schon sehr touristisch dort (wie auf Malle wahrscheinlich), aber ich bin trotzdem froh mal vorbeigeschaut zu haben. 








Der Q1-Tower


 ...und die Aussicht von oben








Zurück zum Anfang

Unglaublich aber wahr. Ich bin zurück. Ein Kreis schließt sich. 780 Tage nachdem ich mit dem Flieger am 11.August 2011 in Brisbane gelandet bin, komme ich doch tatsächlich zurück. Hier in Brisbane, wo diese einmalige Reise angefangen hat. Ich komme aus dem Flughafen und alles sieht gleich so vertraut aus. Irgendwie fühlt es sich genau so an wie damals als ich aus dem Flughafen gekommen war und das erste Mal australischen Boden betreten habe. Und doch merke ich schon bald, dass es nicht das Gleiche ist. Nichts ist mehr absolut neu. Ich weiß bereits, was auf mich wartet. Es lagen halt 780 unglaublich schöne Tage dazwischen, in denen ich Australien recht fleißig studieren konnte.

Brisbane hatte mir damals ja nicht so gefallen. Ich wollte Brisbane also noch eine zweite Chance geben. 7 Tage war ich jetzt nochmal hier, aber wirklich viel gemacht habe ich jetzt auch nicht. Ich habe so ein wenig organisatorischen Kram erledigt, bin ein wenig shoppen gegangen und habe mich vor allem mit Mark und Mirka, die ich in Perth und Darwin kennengelernt hatte, wiedergetroffen. Wir sind ein paar mal ausgegangen und ich habe es einfach genossen, wieder zurück in Australien und nach 2 Monaten wieder zurück in der Zivilisation zu sein. Am letzten Tag in Brisbane bin ich dann sogar mit dem Fahrrad auf den Mount Cootha gefahren, von dem man einen wunderschönen Ausblick über Brisbane hat. Danach bin ich noch in der Southbank Lagune ein wenig schwimmen gegangen mit Mirka. 780 Tage hat es gedauert bis ich dort endlich mal schwimmen gegangen bin. Lustig ne? An sich war das auch mein schönster Tag in Brisbane überhaupt. Ich muss gestehen, dass mir Brisbane dieses Mal auch ein wenig besser gefallen hat, aber dennoch mag der Funke in Brisbane bei mir nicht wirklich überspringen. 

Der Soleil Tower
Vor 2 Jahren war das Gebäude noch im Rohbau. Jetzt ist es Brisbane zweithöchstes Gebäude.







Ausblick vom Mount Cootha


Die Southbank Lagune



Ich habe mich schon komisch gefühlt die letzten 7 Tage. Jetzt, da ich nur noch ein „normaler“ Tourist in Australien bin, ist irgendwie der ganze Reiz weg. Das Gefühl hier zu leben ist einfach unbeschreiblich und als normaler Tourist kann man das einfach nicht so intensiv erleben. Ich spürte überhaupt keinen Druck mehr. Ich musste keinen Job mehr suchen, ich musste mich keiner Herausforderung stellen, mein Konto ist prall gefüllt und ich hatte absolut null Verpflichtungen und Ziele. Das Einzige, wo ich im Moment drauf achten muss, ist nicht zu viel Geld aus dem Fenster zu werfen ;) Mir wurde klar, weshalb mein Australienabenteuer so schön war. Es ist nicht nur durch das Land zu reisen, es ist auch, während der Reise auf etwas hin zu arbeiten und sich Herausforderungen zu stellen. All dies fällt jetzt weg. Ich kann Australien im Moment einfach nicht mehr so genießen, wie als ich noch hier war auf dem Working Holiday Visum. Und genau deshalb freue ich mich jetzt doch schon riesig endlich nach Asien zu kommen. 

Auch der Kontakt mit anderen Backpackern ist nicht mehr der gleiche. Ich habe in Brisbane soviele Backpacker getroffen, die alles noch vor sich haben und die in der gleichen Situation sind, wie ich vor 2 Jahren. Wenn ich denen dann immer erzähle, wie lang ich schon hier war, fühle ich mich schon fast wie ein Lehrer und Guru für Australientrips und gar nicht mehr als Teil der Backpackergemeinschaft. Die schauen dann immer so ungläubig und fragen mich viel zuviel. Ich kann auch fast gar nicht glauben, wie naiv viele der Backpacker sind. So fantastisch meine 2 Jahre in Australien auch waren, ich habe in den 7 Tagen hier in Brisbane erkannt, dass es Zeit ist für mich Abschied von Australien zu nehmen. Meine Zeit ist gekommen mit einmaligen Erinnerungen zu gehen.  Für mich gibt es hier nichts mehr Schöneres zu erleben.

Dennoch bin ich natürlich überglücklich noch einmal an den Ort zurückgekommen zu sein, an dem alles angefangen hat. Das hat Symbolcharakter und schließt meine Reise durch Australien dann auch offiziell ab.

Die letzten Tage werde ich dann noch in Surfers Paradise und Byron Bay südlich von Brisbane verbringen. Die letzten 2 noch unentdeckten Orte für mich in Australien.