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Dienstag, 8. Oktober 2013

Der Pazifik: Ein Fazit

Hier möchte ich noch einmal einen kleinen Überblick über den Pazifik geben. Welches Land hat mir denn nun am besten gefallen? Ich habe Euch ja in den Blogeinträgen schon einiges zu den Ländern erzählt. Ich möchte sie hier also nur mal anhand einiger Kriterien gegenüberstellen. Diese Kriterien sind Südseefeeling, Natur/Landschaft, Abenteuer/Aktivitäten, Strände, Infrastruktur und Kultur/Tradition.

Die Bewertung ist folgende 

1=Schlecht
2=Durchschnittlich
3=Gut
4=Sehr Gut
5=Herausragend

Dabei habe ich den einzelnen Kriterien eine unterschiedliche Gewichtung gegeben (kann man unten sehen), so dass zum Schluss meine eigene persönliche Wertung über all die Länder im Pazifik sehen kann.

 



Wie man sieht, bekommen die Cook Islands mit 4,5/5 Punkten als einziges Land das Prädikat „herausragend“ von mir verliehen. Fiji und Vanuatu bekommen das Prädikat „sehr gut“ und Samoa und American Samoa „gut“. Aber wie gesagt, es kommt natürlich immer darauf an, was man will. Wenn man einfach traumhafte Strände erleben und Südseefeeling pur genießen möchte, würde ich definitiv die Cook Islands empfehlen. Möchte man Abenteuer erleben, einzigartige Naturschauspiele bewundern und ganz tief in die Kultur eintauchen, dann würde ich definitiv Vanuatu empfehlen. Sucht man eine gute Mischung aus Allem, dann ist Fiji der perfekte Urlaubsort. Samoa und American Samoa sind auch sehr schön, aber in allen Bereichen haben andere Länder doch einen Vorsprung..

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Epiritu Santo / Vanuatu

Mein letzter Flug in Vanuatu führte mich auf eine dritte Insel, nach Espiritu Santo. Und dort ging es mit dem Abenteuer nahtlos weiter, wo ich in Tanna aufgehört habe. Von Tanna ging es zunächst zurück nach Port Vila. Das Wetter war ziemlich schlecht und die kleine Maschine ist dermaßen ins Schaukeln gekommen, dass ich echt angefangen habe richtig zu schwitzen im Flieger. In Port Vila angekommen, traf mich doch schon wieder der Schlag. Schon wieder wurde mein Flug gestrichen. Dieses Mal nach Santo. Was läuft nur falsch mit den Fluggesellschaften im Pazifik. 10 Stunden Verspätung dieses Mal. Naja wenigstens wurden wir zum Melanesian Hotel in Port Vila, ein richtig gutes Hotel, gefahren und bekamen Getränke und Buffet umsonst. Dazu gab es noch eine schöne kulturelle Show. Da hätte ich mir glatt gewünscht, dass der Flieger erst am Morgen geht ;) Nachts um 1 bin ich dann in Santo angekommen. meine Unterkunft befand sich in Luganville der zweitgrößten Stadt Vanuatus, was letztendlich aber auch nur ein kleines Kaff ist und zu dem wesentlich ruhiger als Port Vila ist.

Die ersten 2 Tage habe ich ein wenig Luganville ausgekundschaftet und versucht heruaszufinden, welche Dinge ich wo und am günstigsten machen kann. Luganville ist  wirklich nicht besonderlich spektakulär. Es hat alles, was man zum Leben braucht. Touristische Wow-Effekte bleiben aus. Am zweiten Tag bin ich nachmittags zum Million Dollar Point gefahren, um Schnorchel zu gehen. Die Amerikaner haben hier im zweiten Weltkrieg sämtliche Materialien und Zeugs einfach im Meer ersenkt. Von Trucks bis Baufahrzeuge. Hier findet man Alles. Leider nur war die Sicht unter Wasser ziemlich schlecht und ich habe ziemlich bescheidenes Schnorchelzeug ausgeliehen bekommen, so dass eigentlich mehr am Strand gelegen habe.

 Das geschäftige Zentrum Luganvilles


Million Dollar Point



Am dritten Tag auf Santo wurde es dann interessant. Ich buchte eine Tour zu den Millenium Caves. Eine Höhle mitten im Dschungel. Es war zwar schon bekannt, dass es die Höhle gibt, aber es dauerte bis 1995 bis die Einheimischen sich endlich auch in die Höhle getraut haben. Die Tour begann in Luganville. Dann ging es 1 Stunde lang wieder einmal über eine sehr holprige Straße mitten in den Busch Vanuatus. Ich wurde wieder einmal kräftig durchgeschaukelt. Am Ende der Abenteuerfahrt war ein Dorf. Dann ging es auf einen 20-minütigen Fußmarsch, bei dem wir eine sehr imposante Bambusbrücke überqueren mussten. Am Ende wartete ein weiteres Dorf auf uns. Ein kleines Päuschen und dann ging die eigentliche Tour los. Ich hatte meinen eigenen Tourguide, Joe. Es ging 1,5 Stunden durch den Dschungel bis wir endlich an der Millenium Cave angekommen sind. Dann gab es ein wenig Gesichtsbemahlung. Wieso? Das muss man machen aus Respekt zur Natur. OK. Klatsch mir ein bisschen Erdfarbe ins Gesicht. Dann ging es in die Höhle. Es tut mir so leid, dass ich Euch keine Bilder vom zweiten Teil der Tour, der einfach atemberaubend war, präsentieren kann, denn die Höhle war voll Wasser und ich musste meine Kamera mit den Einheimischen zurücklassen. Die Höhle war ziemlich lang, mindestens 500m. Wir mussten durch Wasser laufen und hatten nur Taschenlampen, um uns zurecht zu finden. Das hat mich ein wenig an Tunnel Creek in Australien erinnert, wo ich auch einen unterirdischen Fluss entlang gewandert bin. Auf der anderen Höhlenseite gab es dann Mittagessen. Die Tour war aber noch nicht vorbei. Da wir auf der anderen Seite auf einen anderen Fluss gestoßen sind, ahnte ich schon was dann kam. Wir haben jeder einen Schwimmreifen bekommen und haben uns dann ein wenig den Fluss entlang treiben lassen. Zwischendurch mussten wir immer wieder mal über Felsen und an Seilen entlang klettern. Die Fluss ging durch eine Schlucht. An einen Punkt kam dann ein Wasserfall. Ungelogen, dass war der schönste Wasserfall, den ich auf meiner Reise bis jetzt gesehen habe. So schade, dass ich kein Bild machen konnte. Am Ende ging es dann noch eine halbe Stunde zurück ins Dorf. Die Tour war echt geil.











Am Donnerstag und Freitag kam dann aber der Oberkracher. So ziemlich das Verrückteste und wahrscheinlich auch Gefährlichste, was ich je gemacht habe. Der Grund warum ich unbedingt nach Espiritu Santo wollte, war folgender: Die SS President Coolidge. Die Coolidge war ein Luxusliner, wie die Titanic einst. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Coolidge zum Nachschubschiff der Amerikaner umgerüstet. Jedoch hat die Coolidge wegen eines Navigationsfehlers die eigene Seemine getroffen und ist in kurzer Zeit direkt vor der Küste Luganvilles gesunken. Die Amerikaner haben zwar versucht später einiges aus dem Wrack zu bergen, aber die Regierung Vanuatus hat es irgendwann untersagt, Zeug aus der Coolidge zu bergen. All die Trucks, Munition und sämtliches anderes Zeug befindet sich also heute noch im Wrack. Die Coolidge zählt heutzutage zu einem der besten Schiffswracktauchplätze der Welt. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Die Coolidge ist ca. 200m lang. Der Bug liegt in 12m Tiefe, während das Heck auf 65m Tiefe liegt. Da gibt es also einiges zu entdecken.
Am Mittwoch bin ich also mit dem Boot herausgefahren zur Coolidge. Auf dem Boot waren noch Jeff ein Australier und die beiden Tauchinstructor Simo und Dave. Simo war für mich zuständig. Das war echt cool. Es waren also nur er und ich auf dem Tauchgang. Der erste Tauchgang ist immer ein Orientierungstauchgang, d.h. wir sind nicht ins Schiff hinein gegangen, sondern haben es weitesgehend von außen betrachtet, um ein Gefühl zu bekommen. Wir haben einige große Kanonen/ Artillerien auf dem Deck des Schiffes gesehen. Unglaublich, aber die waren sogar noch mit Originalmunition bestückt. Neben den Kanonen konnte man in Holzkisten Unmengen an Munition finden. Wir haben uns dann einen Frachtraum näher angesehen. Zurück ging es über die Steuerbordseite, wo man erstmal gesehen hat, wie groß dieses Schiff eigentlich ist. Wir haben ein Fass gefunden, in dem unzählig viele Gegenstände drin waren. Schuhe, Bierflaschen und anderes Zeug. Alles aus dem Zweiten Weltkrieg. Ab und zu sieht man sogar Inschriften und Gravierungen mit Jahreszahlen, wie „USA 1940“. Wahnsinn. Ich glaube wir sind bis auf 33 Meter hinuntergegangen.
Nach einer Pause ging es auf den zweiten Tauchgang. Und wie ihr das schon ahnt, dieses Mal ging es in das Wrack hinein. Wir haben uns den Frachtraum 1 und 2 des Schiffes von innen angesehen. Was wir gesehen haben waren zahlreiche Jeeps und andere Fahrzeuge, so wie Maschinerie aus dem 2.Weltkrieg. Viel interessanter für mich war aber das Tauchen an sich. Wir waren mitten drin in einen Bau aus Stahl. Ich musste manchmal durch kleine Öffnungen in den Wänden tauchen, was natürlich schon einiges an Koordination mit der ganzen Tauchausrüstung auf dem Buckel verlangt. Wir befinden uns immerhin 30-35m unter Wasser. Aber was für ein Gefühl sage ich Euch durch diesen Stahlkolloss zu tauchen. Das war wirklich komplett unterschiedlich zu dem, was ich bis jetzt getaucht habe. Das ist nicht nur einfach Fische in einem Korallenriff beaobachten, nein, hier ist echt Geschick und Vorsicht gefragt. In jedem neuen Raum gibt es unterschiedliche Dinge zu entdecken. Zum Schluss hat mir Simo noch den sogenannten „Flashlight-Fisch“ gezeigt. Dieser Fisch lebt in absoluter Dunkelheit. Er hat eine spezielle Drüse unter dem Auge wo Bakterien leben. Der Fisch hat dann wie eine Art Klappe am Auge und wenn er diese öffnet, dann flouresziert es hinaus. Man kann also viele gelbe Punkte im Dunkel umherwuseln sehen. Das ist wie ein riesiger Unterwasserspielplatz. Das Schiff ist so riesig und ich hatte soviel Spaß, dass ich einfach nach 2 Tauchgängen noch nicht aufhören konnte. Ich habe also für den nächsten Tag nochmal 2 Tauchgänge gebucht.

Am nächsten Tag wartete dann aber eine deftige Überraschung auf mich. Jeff war wieder mit im Boot, aber auch noch eine französische Gruppe. Da Simo die französische Gruppe übernehmen musste, musste ich nun mit Jeff und dem Tauchinstructor Dave tauchen gehen. An sich nicht schlimm, aber Jeff hat weit über 500 Tauchgänge hinter sich und er hat am Vortag mit Dave schon die anspruchsvolleren Sektionen im Wrack besucht. Ich verstand nicht wie das funktionieren sollte, denn Jeff möchte bestimmt nicht mit einem Anfänger wie mir, der gerade mal 117 Tauchgänge hinter sich hat, einfache Teile des Wracks abtauchen. Dave, der echt (positiv gemeint) wahnsinnig und ein Paradiesvogel ist, sagte dann zu mir: „Du kommst heute mit mir und Jeff tauchen. Wir wollen zum Heck tauchen. 60m. Ist das OK für dich?“ Hat der gerade 60m gesagt? 60m????? Ich hatte noch so im Kopf, dass mein Tauchlehrer damals in Cairns gesagt hat, dass man als Sporttaucher niemals mehr als 40m tief gehen sollte. 40m sei die absolute Grenze. Ich bin niemals tiefer als 35m getaucht und auch gar nicht zertifiziert für tiefere Tauchgänge. Und auf einmal legt der die Latte auf 60m Tiefe. Das ist Wahnsinn. Nochmal, ich hatte gerade mal 17 Tauchgänge und bin eigentlich noch ein Anfänger. Irgendwie hatte ich in diesem Moment ein sehr ungutes Gefühl im Bauch. Dann aber kam wieder mein unvernünftiger, adrenalinsüchtiger Teil in mir hervor. Wann werde ich nochmal die die Gelegenheit bekommen, 60 Meter unter Wasser an einem Schiffswrack tauchen zu gehen. Ich versuchte meine Gedankengänge zu rechtfertigen. Die haben das schon tausend Mal gemacht und es ist nie jemand gestorben. Außerdem hat Simo mich am Vortag tauchen sehen und wenn er mir das nicht zutrauen würde, hätten sie mich wohl nicht gefragt. Es gab also nur eine logische Konsequenz, um meine Sucht nach Nervenkitzel zu befriedigen. Ich antwortete Dave: „Ja, ist OK. Ich versuche es.“ Eine wahnsinnige Entscheidung. Mein Puls war echt auf 180 als wir abgetaucht sind. Bis 40 Meter ging es ganz gut. Die Druckverhältnisse dort unten sind natürlich ganz anders und man braucht viel mehr Luft zum Einatmen. Das war natürlich recht ungewohnt für mich. Da wir zudem recht schnell abgetaucht sind, hatte ich einige Probleme mit dem Atmen durch den Atemregler. Das ist echt kein Spaß wenn du soweit unter Wasser bist. Für ein paar Sekunden wollte ich Jeff und Dave signalisieren, dass ich nicht weiter gehen kann. Aber ich wollte mich da unbedingt hinunter kämpfen. Aufgeben ist nicht so einfach. Ich habe mich also ein wenig beruhigt und dann ging es auch wieder und 2 Minuten später hatte ich es tatsächlich geschafft. Wir waren 63m unter der Wasseroberfläche. 63 METER. Was für ein Gefühl. Als ob man im Weltall durch ein Raumschiff schwebt. Die Wasseroberfläche sieht man natürlich nicht mehr und das Licht wird sehr strak absorbiert. Wir sind nicht ins Wrack hineingegangen, da es einfach zu gefährlich in so einer Tiefe ist. Wir haben uns dann die riesigen Propeller am Heck des Schiffes angesehen und man konnte doch tatsächlich die Inschrift SS Prsident Coolidge San Francisco“ am Heck lesen. Dann sind wir weiter zum Swimmingpool getaucht. Ich weiß, ein Swimmingpool unter Wasser klingt doof, da aber nun mal einer auf dem Schiff war, entspricht das der Wahrheit. Der Pool war mit richigen Fliesen in unterschiedlichen Farben ausgestattet. Unglaublich, dass Teile dieses Schiffes nach über 60 Jahren im Wasser noch so gut erhalten sind. Der sogenannte Tiefenrausch in 60m Tiefe ist natürlich sehr riskant. Je tiefer man geht, desto mehr Stickstoff nimmt der Körper auf und Stickstoff wirkt narkotisch. Je länger man also auf der maximalen Tiefe bleibt, desto größer ist das Risiko, dass das Bewusstsein getrübt wird. Wenn man es überteibt, kann man bewusstlos werden. Der Tiefenrausch ist also nicht zu unterschätzen und ich habe den ordentlich gespürt in 60m. Wir sollten Dave zeigen, wie viele unterschiedliche Farben die Fliesen hatten. Es war echt schwer zu zählen. Ich sagte 4. An der Oberfläche sagte mir Dave dann, dass es 6 waren. Ein tolles Beispiel dafür, dass der Tiefenrausch in vollem Gange war.

Aber ich habe es überstanden. Wir waren tatsächlich 15 Minuten auf 60m. Wahnsinn. Der gesamte Tauchgang dauerte jedoch 68 Minuten. Da wir auf dem Rückweg einige Dekompressionsstops einlegen mussten. Die sind notwendig um die angesammelten Gase durch die Lunge wieder auszuatmen. Legt man diese Stops nicht ein, kann man die Lunge ernsthaft schädigen (nennt sich Dekompressionskrankheit). Dave war echt ein verrückter Kerl. Da ich natürlich nicht genug Pressluft im Tank hatte (dabei hatte ich schon 250bar, anstatt der regulären 200 bar im Tank), fängt Dave doch tatsächlich irgendwann an unter Wasser mir mitzuteilen, dass ich Luft aus einem neuen Tank nehmen soll. Zunächst musste ich also Luft von seinem Tank atmen, bevor er mir einen Ersatztank bereitgestellt hat. Das hatte ich bis jetzt auch noch nicht, dass man unter Wasser von einem Atemregler zum anderen wechselt, weil man keine Luft mehr im Tank hat. Aber ich habe es bravurös gemeistert, ansonsten wäre ich ja auch nicht mehr aufgetaucht :D
Was für geile 68 Minuten unter Wasser. Das war einmalig. Ich glaube normale Tauchstationen hätten mich unter den gegebenen Umständen niemals so tief tauchen lassen. Mir ist auch erst nach dem Tauchgang bewusst geworden, wie gefährlich das eigentlich war. Ich habe im Internet mal nachgeschlagen, wie tief man eigentlich tauchen kann. Ab 67m Tiefe beginnt beim Tauchen mit normaler Pressluft der Partialdruck des Sauerstoffes so hoch zu werden, dass der Sauerstoff toxisch wird. 67m sind also die absolute Grenze mit Pressluft. Das sind gerade einmal 4 Meter tiefer als wir getaucht sind. Aber hin oder her. Ich lebe ja noch und der Nervenkitzel war es ja auch definitiv wert :)
 
Beim vierten und letzten Tauchgang sind wir dann nochmal in das Wrack hineingetaucht. Tiefster Punkt war glaube ich 35m. Auf dem Weg haben wir den Friseursalon des Schiffes besucht. Dann haben wir uns Stahlhelme der Amerikaner aufgesetzt und all solche Geschichten. Wir hatten definiv Spaß unter Wasser. Zum Schluss sind wir dann noch in die medizinische Sektion des Schiffes eingetaucht. Wir haben Flaschen und Ampullen mit Substanzen drin gefunden. Wie gesagt, die sind über 60 Jahre alt. Das war ein Spektakel. Zum Schluss haben wir uns nochmal den Flashlightfisch angesehen. 

Es tut mir so leid, dass ich keine Unterwasserbilder habe. Die wären echt der Hammer gewesen. Aber die schönsten Erinnerungen sind ja eh im Kopf, nicht wahr?

Mein einziges Bild von 2 Tagen Tauchen. Sorry!



Am letzten vollen Tag auf Santo habe ich dann noch eine kleine Rundfahrt an der Ostseite der Insel gemacht. Ich habe mir verschiedene Blue Holes angeschaut. Süßwasser kommt dort unterirdisch zum Vorschein. Das Wasser ist soooo blau. Unglaublich. Ein anderes Highlight war Champagne Beach, einfach mal wieder ein paradiesischer Strand zum Dahinschmelzen. Ron, mein Fahrer für den Tag, konnte mich anscheinend so gut leiden, dass er mich am Abend in sein Dorf eingeladen hatte, wo es reichlich Kava und Essen gab. Am nächsten Morgen vor meiner Abreise hat er mich dann nochmal eingeladen. Es war Sonntag und Ron und seine Nachbarn treffen sich dann immer bei ihm auf den Grundstück und singen und beten gemeinsam.

Nanda Blue Hole




Champagne Beach






Riri Blue Hole








Das war ein krönender Abschluss meines Abenteuers durch den Pazifik. Und nun ratet mal, wo es als nächstes hingeht?

Freitag, 27. September 2013

Tanna / Vanuatu

2 Tage habe ich in Tanna verbracht. 2 Tage die es absolut in sich hatten. So etwas wie hier, habe ich vorher  noch nicht gesehen. Ich muss Euch zunächst ein Bild machen von Tanna. Tanna liegt 1 Flugstunde südlich von Efate. Das modernste Gebäude der Insel ist der Flughafen. Geteerte und befestigte Straßen gibt es nicht. Die einzig geteerte Straße ist die Landebahn des Flughafens. Die braucht man aber auch nicht, denn es gibt wahrscheinlich nur ein paar Dutzend Fahrzeuge auf der gesamten Insel. Eine wirkliche Stadt in Tanna gibt es nicht. Es gibt ein kleineres Dörfchen namens Lenakel, wo die Inselbewohner alles finden, was sie zum Leben brauchen. Eine Bankfiliale, ein Fleischer, ein Postbüro, ein Telekommunikationsladen und einen klitzekleinen Supermarkt. Die Einheimischen sind Selbstversorger. Lenakel ist ebenso der einzige Ort, an dem es Internet gibt. Eine Tankstelle gibt es auf der Insel auch nicht. Die Einheimischen müssen Fässer mit Benzin aus Port Vila bestellen und in ihrem Dorf lagern. Ein kleines Kraftwerk versorgt gerade mal Lenakel und den Flughafen mit Strom. Die Menschen leben im Dschungel, völlig abgeschieden von der Außenwelt. Die meisten Menschen sind niemals außerhalb Tannas gewesen. Der westliche Lebenstil ist den Menschen hier völlig unbekannt. Um es kurz zu fassen: Tanna hängt allem, was ich bis jetzt sehen durfte mindestens ein paar hundert Jahre hinterher.




Was treibt einen Touristen auf solch eine Insel. Tanna hat ein Ass im Ärmel. Und zwar ist das der Mount Yasur, ein aktiver Vulkan, der als der zugänglichste aktive Vulkan der Welt gilt. Aber mehr dazu gleich. Das ist auch der Grund, weshalb ich nach Tanna gekommen bin. Ich wollte unbedingt diesen Vulkan sehen. Nasse hat mich dann mit einen der wenigen Autos auf Tanna vom Flughafen abgeholt. Der Flughafen ist auf der Westseite der Insel, der Vulkan auf der Ostseite. Wie gesagt, gibt es keine befestigten Straßen. Die Fahrt dauerte 2 Stunden und es war ziemlich holprig. Da wurde man ordentlich durchgeschüttelt. Nasse war natürlich nicht nur für mich zuständig, sondern war wie ein öffentliches Taxi. So hatten wir nach einer Weile das Auto voll mit Einheimischen und jede Menge Gemüse und Obst auf der Ladefläche. Es ging zunächst nach Lenakel auf den örtlichen Markt. Dann ging es Mitten hinein in den Dschungel Tannas. Auf dem Weg sehe ich doch tatsächlich ein Polizeiauto, vollgepackt mit Einheimischen und ihren Sachen. Unglaublich, das Polizeiauto wird hier als öffentliches Transportmittel missbraucht. Der Polizist chauffiert Leute über die Insel, anstatt für Recht und Ordnung zu sorgen. Welche Recht, welche Ordnung? Haha, so etwas existiert auf Tanna nicht. 

 Der Markt in Lenakel



 Eine neue Schiffsladung aus Port Vila im rostigsten Boot, das ich je gesehen habe


 An der Straßenseite verkaufen die Einheimischen ihre Ernte


Das ist übrigens die Wurzel aus der Kava gemacht wird


 2 Stunden lang durchgeschüttelt



Dann nach ca. 1,5 Stunden Fahrt, während wir hier und da mal ein paar Leute abgeworfen und aufgeladen hatten, tauchte er vor uns majestätisch auf. Vor dem Vulkan war eine riesige Aschelandschaft. Alles war grau. Keine Pflanzen. Nichts. Einfach nur Asche überall und am Horizont tiefgrüner Dschungel. Die Natur ist verrückt. Schon allein die Fahrt durch die Aschelandschaft am Fuße des Vulkans hat mir die Sprache verschlagen. Das war sehr beeindruckend, aber seht selbst. 





Meine Unterkunft war mitten im Dschungel am Fuße des Vulkans. Kelson begrüßte mich und sehr überraschend hat er auch recht gut Englisch gesprochen. Meine Unterkunft war einfach, aber OK. Immerhin durfte ich mal wieder in einen dieser selbstgebastelten Häuser schlafen. Elektrizität gab es nur für ca. 2 Stunden während des Abends. Gerade mal genug, um meine Kamera aufzuladen. 2 Tage ohne Strom, Handy, Internet und Technologie. Das war sehr neu für mich, aber es war OK. Das „Restaurant“, wie es Kelson nannte, war eine einfache Hütte. Das Essen war zwar recht einseitig (wo soll es auch herkommen?), aber echt lecker. Nach einem guten Nickerchen ging es dann auf zum Vulkan. Gemeinsam mit Clement, den ich im „Dschungelcamp“, wie ich meine Unterkunft jetzt mal nenne, getroffen habe, ging es auf einen 1-stündigen Fußmarsch hinauf zum Vulkan.

Meine Unterkunft


 Auf dem Weg zum Kraterrand



Wir haben es bis oben hin geschafft. Das Grollen des Vulkans ist ziemlich furcht einflössend. Ich glaube, ich war zum richtigen Zeitpunkt da, denn wenn der Vulkan zu aktiv ist, ist es zu gefährlich, um bis auf den Kraterrand zu gehen. Ist der Vulkan nicht sehr aktiv, dann kann man die Lava nicht wirklich gut durch die Lüfte fliegen sehen. Der Vulkan hatte die richtige Laune an dem Tag. Es war genau richtig. Man konnte gerade noch auf den Kraterrand steigen und nicht von Lavabrocken getroffen werden. Dann zuckte ich zusammen. Eine Explosion. Und was für eine. Da habe ich mir fast in die Hosen geschissen. Und dann fliegen die Lavabrocken durch die Lüfte. Was für ein Spektakel. Man kann richtig sehen, wie zunächst die Druckwelle aus dem Schlot kommt, gefolgt von einem lauten Donnern und die Explosion lässt die Lava durch die Lüfte fliegen. Es hat mich einige Zeit gedauert mich daran zu gewöhnen, denn man hat zunächst immer Angst von der Lava getroffen zu werden. Und tatsächlich muss man einige Male einen Schritt zur Seite machen, um nicht von der Lava getroffen zu werden. Dann hat doch tatsächlich auch noch ein Paar aus Israel auf dem Krater geheiratet. Alles grau und Explosionen. Das hatte für mich mehr die Atmossphäre einer Beerdigung. Naja, jeder hat andere Geschmäcker. Wir sind bei Tageslicht angekommen und sind geblieben bis es dunkel wurde. Leider ist das Video zu groß zum Hochladen, aber hier die besten Bilder.
















Als wir zurück in Camp waren, hatten Kelson und sein Freund Kava gebraut. Einen ganzen Liter. Ich habe Euch ja schon von Kava erzählt, aber hatte irgendwie noch nie den Effekt wirklich gespürt. Nicht so dieses Mal. Dieser Kava war einfach nur sehr stark. Vanuatu braut den stärksten Kava im Pazifik. Zunächst merkte ich nichts. Als wir dann aber zum Abendessen gingen, merkte ich wie der Kava reinhaute. Ich war stoned und unglaublich relaxed. Unglaublich, aber wahr. Von einer Wurzel?!?! Das Beste ist, Kava macht weder abhängig, noch hat es ernste gesundheitliche Schäden. Die Einheimischen hier wissen, wie man organische Drogen herstellt :D Ich nehme alle Vorurteile über Kava zurück. Das Zeug wirkt echt wie ein Betäubungsmittel. Wir haben dann den Abend mit ein paar Bieren ausklingen lassen. Völlig entspannt saßen wir vor meiner Hütte und starrten auf den flimmernden roten und grollenden Horizont. Magisch.

Am nächsten Morgen sprach ich mit Kelson und wir kamen ins Gespräch über Ashboarding. Was ist denn Ashboarding? „Den Vulkan herunterrutschen, natürlich“ sagte Kelson. Ich wollte das natürlich ausprobieren. Kelson gab mir seine 2 Söhne an die Hand, die mich dann in ein kleines anderes Dorf brachten, um das Board abzuholen. Ich staunte nicht schlecht. Ich dachte, er meinte ein kleines Holzboard oder sowas. Es war ein Snowboard. Upps, ich glaube die betreiben hier Ashboarding als seriösen Sport. Zu geil. Die beiden Kinder haben mich dann zum Vulkan begeleitet. Ich habe niemals zuvor auf einen Snowboard gestanden, was mir en wenig Angst machte. Tanna ist ja nun auch nicht gerade übermäßig mit Doktoren und Krankenhäusern ausgestattet. Was solls? Ich musste das einfach ausprobieren. Und es ging ziemlich gut. Es hat super viel Spaß gemacht. Leider habe ich keine Bilder davon, denn Kelsons Kinder konnten wenig Englisch sprechen, noch haben sie jemals zuvor in ihrem Leben eine Digitalkamera gesehen. Dann musste ich auch feststellen, dass Regen an einem Vulkan nicht gerade sehr angenehm ist. Die ganze Asche in der Luft bindet sich im Regen und lässt sich auf Körper und Sachen nieder. 




Nach dem Mittagessen wollte ich dann heiße Quellen in der Nähe des Vulkans besichtigen. Kelson gab mir nur eine grobe Wegbeschreibung. Ich habe die Quellen deshalb nicht gefunden. Das machte aber auch nichts, denn so konnte ich die Aschelandschaft um den Vulkan noch einmal näher betrachten. Auf meinen Weg sah ich doch tatsächlich Einheimische mit einer Steinschleuder. Nachdem ich aus dem Dschungel ein Grunzen hörte, war mir klar, die jagen ein Wildschwein. Die Jagen ein Wildschwein mit einer Steinschleuder? Sind das hier Höhlenmenschen? Immer wieder konnte ich Einheimische auf meinem Weg sehen, die leichtbekleidet und nur mit einer Machete bestückt durch den Dschungel zogen. Wow, nie hätte ich gedacht, dass Leute im 21.Jahrhundert immer noch so leben. Ich sah die Leute und musste mir die großen Städte zu Hause und die ganze selbsverständliche Technologie zu Hause vorstellen. Das ist einfach eine komplett andere Welt. 










Am nächsten Morgen ging es zurück zum Flughafen. Auf dem Weg hielt Nasse an und sprach mit jemanden in Bislama. Er drehte sich zu mir und sagte: „Da ist gerade jemand am Sterben“ Ich fragte ihn erstaunt, ob man dieser Person denn nicht helfen möchte und ob ein Doktor in der Nähe ist. Nasse entgegnete mir nur: „Die haben ein Doktor da. Ach, ich weiß auch nicht…“ Ohh, anscheinend ist es hier an der Tagesordnung, dass ab und zu mal jemand verstirbt.

Die 2 Tage auf Tanna waren Wahnsinn. Nicht nur der Vulkan, sondern auch die Lebenweise der Menschen hier.