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Dienstag, 30. Juli 2013

Der krönende Abschluss Teil I

Wahnsinn! Einfach nur Wahnsinn. Meine Tage hier in Australien sind gezählt. Im Moment sitze ich in Sophies zu Hause in Adelaide und irgendwie brauch ich erstmal ein paar Tage, um mich zu sammeln. Was die letzten paar Wochen in Karratha passiert ist, ist der perfekte Abschluss eines Abenteuers. Meine Zeit in Karratha ist vorbei. Und ich glaube, es war die schönste Zeit in Australien überhaupt. Dass ich nun Karratha verlassen habe, geht mir emotional schon sehr nahe, da mir die Leute und das Leben dort echt ans Herz gewachsen sind.
Meine letzte Woche in Karratha. Von Montag bis Mittwoch wollten wir nochmal ein Highlight raushauen. Zusammen mit Mike, Mari-Liis, Tahla und Ryan ging es noch einmal auf in meinen absoluten Lieblingsnationalpark: Karijini. Erinnert ihr Euch noch, an die Bilder von Karijini? Traumhaft. In Tahlas Auto haben wir uns also auf die 5 Stunden Fahrt von Karratha begeben. Ein letztes Mal das australische Outback genießen. Ein letztes Mal in einem Swag unter den Sternen Schlafen und ein letztes Mal die farbenfrohe Natur Australiens genießen. Zunächst sind wir zur Hamersley Gorge gefahren, die ich bei meinem letzten Besuch nicht mitgenommen hatte. Am zweiten Tag haben wir dann die Hancock Gorge und Weano Gorge bestaunt bevor wir am letzten Tag an der Dales Gorge entspannt haben. Es war unglaublich schön. Mit den richtigen Leuten. Abends gab es immer ein paar Bierchen und Goon. Ryan hat es dann geschafft das Auto abzuschließen und den Schlüssel im Auto zu lassen. Uns blieb also nichts anderes ürbig als eine Scheibe einzuschlagen, um ins Auto zu kommen :D Im Nachhinein lachen wir drüber.

Einer der superlangen Eisenerzzüge von Rio Tinto mitten im Outback


Hamersley Gorge





Tahla in ihrem "Spaceship"-Swag


Mike, Mari-Liis, ich, Tahla und Ryan
Ich vermisse sie schon jetzt


Oxer Lookout


Weano Gorge




Spiderwalk in der Hancock Gorge




Dales Gorge



Fortescue Falls




Circular Pool


Ein letztes Mal campen



 Goontime...


 Was für ein Ausflug. Ich habe noch ein letztes Mal alles aufgesogen was nur ging. Die australische Natur ist einfach einmalig und es war nur ganz schwer mich davon zu trennen.

Sonntag, 7. Juli 2013

So unbeschreiblich schön

Noch 4 Wochen. Der letzte Monat ist angebrochen. Die letzten Wochen habe ich mal wieder ganz schön hart rangeglotzt auf Arbeit. Bis zu 66 Stunden pro Woche habe ich gearbeitet. Die verbleibende Freizeit wollte ich dann doch mit etwas anderem als Blogschreiben verbringen. Deshalb hat es einige Zeit gebraucht, bis ich jetzt mal wieder etwas schreibe. Es ist ruhig geworden in unserem Haus, da uns einige Kollegen verlassen haben. Jetzt, nach fast 2 Jahren und kurz vor dem Ende, scheine ich überhaupt erstmal zu realisieren, was die letzten 2 Jahre passiert ist. Jeder einzelne Tag war so unbeschreiblich schön. Jeden Tag gab es was neues zu erleben und zu entdecken. Es war definitiv keine verschenkte Zeit und ich habe soviel dazu gelernt. Australien ist einfach nur einmalig. Sei es die Landschaft, sei es die Mentalität oder einfach nur der Lifestyle hier

Die letzten Wochen ist nicht viel passiert. Die Arbeit macht immer noch Spaß, ab und an wird die ein oder andere Party gefeiert. Einen Tag habe ich mich mal nach Roebourne, Wickham und Point Samson, 50km von Karratha begeben, um ein wenig Abwechslung zu bekommen. Einen anderen Tag habe ich mich ein wenig in Dampier umgesehen. Auch beim Zahnarzt habe ich mal vorbeigeschaut, und gleich mal 330$ für eine Erneuerung einer Füllung zahlen dürfen.

Dampier



Roebourne



Point Samson



Die letzten Wochen standen auch in der Vorbereitung auf das Abschiednehmen und auf die Zeit nach Australien. Es gab einige Dinge zu Organisieren. Im Kurzüberblick waren das
  • Alle meine Superannuation Funds (Rentenfonds) in einen Fund zu transferieren
  • Steuererklärung machen
  • Flüge nach Adelaide und Melbourne buchen
Dinge die in den letzten 4 Wochen noch zu erledigen sind:
  • Ein Paket nach Hause schicken
  • Eine günstige Möglichkeit finden, um das australische Geld auf mein deutsches Konto zu überweisen
  • Eine neue Auslandskrankenversicherung abschließen, da meine im August ausläuft und eine Verlängerung nicht mehr möglich ist
Gerade mit der Steuererklärung war ich dieses Mal hochzufrieden. Nur 4 Stunden hat es mich dieses Jahr gekostet. Kein Vergleich zu dem Ärger vom letzten Jahr. Und auch die erste Schätzung lässt mich Luftsprünge machen. Fast 5.400$ wird es wohl zurück geben. Wenn ich jetzt die letzten 3 Wochen noch arbeite und die Steuer tatsächlich zurück bekomme, dann werde ich Australien tatsächlich mit mehr als 20.000$ verlassen. Niemals hätte ich gedacht, dass ich nach 2 Jahren mit mehr als dem doppelten Betrag, den ich nach Australien gebracht habe, das Land wieder verlassen werde. Da kann ich mir glaube ich selbst mal auf den Rücken klopfen. Gut gemacht. Gerade sparsam habe ich nun auch nicht wirklich gelebt.

Das nenn ich mal eine satte Steuerrückzahlung :)


Am 28.7 geht es mit dem Flieger auf nach Adelaide und dann am 1.8 weiter nach Melbourne. Die letzte Woche wird noch mal ein absolutes Highlight werden. Wir wollen noch einmal in den Karijini Nationalpark fahren für 3 Tage. Ein letztes mal das australische Outback genießen. Dann werde ich nochmal Sophie und Matt in Adelaide besuchen, bevor es noch ein letztes Mal in meine Lieblingsstadt Melbourne geht. 

Meine Gefühle im Moment sind gemischt. Auf einer Seite freu ich mich riesig auf das, was nach Australien auf mich wartet. Auf der anderen Seite werde ich mit jeden Tag sentimentaler, denn in den letzten 2 Jahren ist Australien schon so etwas wie ein zu Hause für mich geworden.

Dienstag, 11. Juni 2013

Millstream Chichester Nationalpark

Ich steuere in großen Schritten dem Ende entgegen. Nur noch 53 Tage. Nach nunmehr 670 Tagen in Australien muss ich nun langsam die Tage herunterzählen. Aber traurig sein muss ich nicht. Wie ich das schon mal in anderen Einträgen geschrieben habe. Man soll Abschied nehmen, wenn es am Schönsten ist; auf dem Höhepunkt des Möglichen. Und genau das werde ich machen. Ich habe Alles gesehen, ich habe den bestmöglichsten Job der letzten 2 Jahre, ich verdiene massig Geld wie nie zuvor, ich habe in Karratha soviel Spaß wie selten zuvor; eigentlich habe ich so ziemlich Alles erreicht, was ich in Australien erreichen wollte. Wenn ich jetzt nicht Australien verlasse, kann es einfach nur noch bergab gehen.

Im Hotel läuft Alles wie geschmiert. Selbst nach 670 Tagen breche ich noch einmal finanziell alle Rekorde. Anfang Juli feiern die Australier in Westaustralien den sogenannten "Western Australia Day", also so etwas wie den Gründungstag Westaustraliens. Interessiert mich eigentlich herzlich wenig, wenn es an öffentlichen Feiertagen nicht die sogenannten "penalty rates" geben würde, die recht üppig sind. Penalty Rates meint nichts anderes als das sich dein Gehalt pro Stunde an öffentlichen Feiertagen mehr als verdoppelt. So bin ich am Western Australia Day für fast 50$ die Stunde arbeiten gegangen und habe nach 9,5 Stunden fast 500$ 
verdient. An einem Tag. Neuer Rekord! Soviel habe ich nie zuvor an einem Tag verdient. Und ich habe mich nicht mal tot gearbeitet. Australien machts möglich. Ein einziger Rekord fehlt noch. 1000$ für eine Woche nach Steuern. Es sieht gut aus in den nächsten Wochen auch diesen Rekord noch zu brechen.
Auch meinen ersten Krankenhausbesuch in Australien habe ich nun hinter mir. Wir hatten neue Wein-und Sektgläser im Hotel bekommen, die natürlich säuberlich poliert werden mussten. Leider war das ein ziemlicher Kraftakt mit den neuen Gläsern. Dann habe ich doch tatsächlich zuviel Druck auf das Glas angewendet und der Glashals ist gerbrochen und mir wie ein Speer über den linken Ringfinger gefahren. Das Ende: Eine ziemlich tiefe Schnittwunde, die ziemlich stark blutete. Brett von der Rezeption hat mich dann ins Krankenhaus gefahren. Nach über einer Stunde des Wartens, gab es dann Entwarnung. Es war kein Glas in der Wunde und auch der Nerv war noch intakt. Ein bisschen Superglue (Sekundenkleber) auf die Wunde und fertig war der neue Finger :) Da es ein Arbeitsunfall war, muss das Hotel die Rechnung bezahlen. Pauline hat mir ein paar Tage später die Rechnung gezeigt. 305$ :o Für ein Schnitt im Finger, der nur geklebt wurde???? Also manchmal muss ich mich echt fragen, ob die in Australien von allen guten Geistern verlassen sind.

Sieht schlimmer aus, als es war



Häufig bestelle ich mir auf Arbeit einen Gartensalat, der normalerweise 5$ kostet. Mit meinem Mitarbeiterrabatt 2,50$. Dann zahlt es sich aber aus, wenn man Freund mit der Küche ist. Jackie, der in der Küche die Salate zubereitet, zaubert und versteckt mir immer irgendwas tolles in den Salat. Letztens hatte ich ein komplettes Schnitzel unter dem Salat gefunden, ein anderes mal BBQ-Ribs... Natürlich behandeln wir das streng vertraulich ;)

Letzte Woche Mittwoch hatte dann einen Tag frei. Und wir hatten super Glück. Zusammen mit mir hatten ebenso Mike, Mari-Liis, Jackie aus der Küche, Ryan mein Zimmerkollege von der Rezeption und Tahla, die auch an der Bar arbeitet, frei. Mit Brendan und Brenda (ich habe mir erlaubt Tahlas Pickup-Nissan so zu taufen) haben wir dann beschlossen in den Millstream Chichester Nationalpark zu fahren (150km südlich von Karratha), der von der Vegetation ziemlich dem Karijini NP 250km weiter südlich ähnelt, falls ihr Euch noch an die Bilder von dort erinnert. Es ging also mal wieder Offroad. Ich will nicht sagen, dass Brendan immernoch schnurrt wie ein Kätzchen, aber er tut seinen Job :) Ein Backpackerauto eben. Wir sind zunächst zum Python Pool gefahren und haben uns eine kleine Erfrischung am Fusse eines "derzeit trockenen" Wasserfalls geholt. Dann ging es auf zum Mount Herbert, von dem man einen sensationellen Ausblick auf das Umland hat. Danach ging es zu einer anderen, etwas grüneren Sektion des Parks. Der Weg dahin war so ziemlich das beste Offroad-Erlebnis, dass ich bis jetzt in Australien hatte. Wieso? Immer wieder wollten sich Brendan und Brenda kleine Offroadduelle liefern :D Mike und Ryan saßen auf Brendas Ladefläche. Da wir immer wieder ziemlich schlammige Passagen entlang fahren mussten, wollte ich meine Chance nutzen. An einem Schlammloch wollte ich Brenda überholen und dabei den Schlamm auf die Ladefläche, wo Ryan und Mike saßen, spritzen. Plötzlich gerieten beide Autos jedoch ins schlingern; Traktion gleich null und wir sind einfach nur noch mit beiden Autos duch den Schlamm geschlittert. Ich musste ziemlich stark gegenlenken, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Der Schlamm war überall. Ich habe absolut überhaupt nichts mehr gesehen durch die Windschutzscheibe. Als beide Autos dann zum stehen gekommen sind und die Scheibenwischer ihren Dienst vollbracht hatten, schauten wir uns gegenseitig an und konnten uns nicht mehr halten vor Lachen. Das hat soviel Spaß gemacht und war nicht mal geplant :D Das war nur eine Geschichte von Brenda und Brendan. Leider hat sich der gute Brendan einen Steinschlag eingefangen und nun 2 Risse in der Windschutzscheibe. Naja, aber das war es das Abenteuer mal wider wert. Jedenfalls ging es dann noch weiter zu ein paar Lookouts, wir mussten mal wieder 2 Flüsse durchqueren und dann habe wir uns noch in einem weiteren Flusss ein wenig abgekühlt. Das war ein super genialer Tag, weil wir uns einfach auch alle super verstanden haben.

Python Pool




Sensationelle Aussicht vom Mount Herbert



Brendan und Brenda
Unzertrennlich waren die beiden an diesem Tag :)









Cliff Lookout


Da sag noch einer Brendan könnte nicht Offroad fahren :D


Flussdurchquerung







Abkühlung in einem Fluss



Ich glaube Brendan braucht ne Dusche! Das Kennzeichen verschwindet im Nirgendwo.


Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen kleinen Besucher auf der Straße gehabt.
Die Gemüter streiten sich, ob es eine Tigersnake oder eine Python ist




Das sind dann aber auch erstmal die meisten Neuigkeiten; mal abgesehen von den zahlreichen Partys im Haus am Richardson Way ;) Das lasse ich mal lieber kommentarlos. Im Moment gibt es eigentlich nur 2 Dinge, die mir etwas den Kopf zerbrechen. Ach was rede ich. Sind lediglich ein paar kleine Flecken auf einem weißen Tuch. Zum einen ist das der im Moment rasant ansteigende Eurokurs. Vor 2 Monaten hätte ich für 10000$ noch 8000€ bekommen. Im Moment bekomme ich gerade mal noch knapp über 7000€ dafür :(
Zum anderen ist da das Auto. Wenn ich Brendan wirklich noch mal für einen anständigen Preis loswerden will, muss ich nochmal Geld für einen neue Windschutzscheibe und einen Service investieren. Karratha ist natürlich nicht der billigste Ort, um so etwas machen zu lassen. Der günstigste Mechaniker meinte, es würde so um die 800$ herauslaufen :( Dann kommt noch hinzu, dass die Nachfrage nach solchen Backpackerautos hier in Karratha ziemlich gering bis gar nicht vorhanden ist. Was bringt es mir also, wenn ich das Auto jetzt noch mal aufmotze, wenn ich danach gerade mal so 1000-1500$ bekomme? Ich bin da im Moment echt etwas ratlos, aber ich glaube die Tendenz geht eher dahin, Brendan für ein paar Kröten an Mike zu verkaufen als kleines Dankeschön, dass er mich nach Karratha geholt hat. Auch wenn es ein wenig weh tut, nachdem ich soviel Geld in das Auto gesteckt habe.
Aber es gibt auch noch etwas Positives. In 3 Wochen ist die Zeit wieder reif für die nächste Steuererklärung. Das sollte natürlich dieses Mal um einiges einfacher werden als letztes Jahr. Dennoch wird das wieder eine Gradwanderung, ob ich als resident durchgehe oder nicht. Falls ja, kann ich mich auf weitere 4000-5000$ Rückzahlung freuen :)