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Mittwoch, 18. Juli 2012

Litchfield National Park

Dieser Post ist ein ganz besonderer Post. Habe ich Euch in den letzten Monaten viel über das australische Leben, die Arbeit, das Auto und den Alltag erzählt, geht es nun endlich mal wieder um die australische Natur. Und eines kann ich schon Mal vorweg nehmen. Es war traumhaft schön und einfach nur entspannend.
Brent und ich laden die Container so schnell aus auf Arbeit, dass wir keine Container mehr haben würden bevor wir neue Container bekommen. Dave, der Chef vom Lagerhaus, hat uns also eine Zwangspause  auferlegt ;) Er gab uns letzten Freitag und Montag frei. Ich hatte also ein langes Wochenende. Und das hieß es zu nutzen. Nach 4 Monaten in Darwin wollte ich endlich in einen der Nationalparks, die gar nicht soweit von Darwin entfernt sind. Ich habe mich für den Litchfield Nationalpark entschieden. Ideal für ein paar Tage. Natürlich wollte ich nicht allein fahren. Deshalb habe ich mir letzte Woche noch ein paar Leute gesucht, denn aus dem Hostel war schon so ziemlich jeder dort. Und ich bin fündig geworden. Dass ich letztendlich gleich 4 Leute gefunden habe, ist umso besser. Zu Fünft ging es also auf in den Litchfield Nationalpark. Es sollte auch eine Art Generalprobe für das Auto werden, ob es auch tauglich außerhalb der Stadt ist. Aber zunächst stelle ich Euch mal kurz die 4 anderen Personen vor.


Hinten links: Tristan kommt aus Melbourne in Australien, ist 24 Jahre alt und ist zurzeit Jurastudent. Er hat Semesterferien und verbringt ein paar Tage in Darwin. Verständlich, denn es ist ja Winter in Australien und in Melbourne ist es verdammt kalt im Moment. 
Hinten Mitte: Fabienna kommt aus Sao Paolo in Brasilien und ist 29 Jahre alt. Sie studiert Business in Perth, arbeitet aber zur Zeit hier für die Regierung vom Northern Territory im Personalbereich in Darwin.
Hinten rechts: Sophie kommt aus Yorkshire in England, ist 22 Jahre alt und hat Soziologie studiert. Sie möchte gerne als Grundschullehrerin arbeiten, gönnt sich aber gerade in Australien und Asien eine Auszeit.
Vorn rechts: Aline kommt aus Freiburg in Deutschland und ist 24 Jahre alt. Sie ist gelernte Ergotherapeutin und ist ebenfalls mit einem Working Holiday Visa hier.
Vorn links: Sebastian kommt aus Deutschland und ist 24 Jahre alt. Er ist gelernter Backpacker und hat keine Ahnung was er hier in Australien eigentlich macht ;)

Es war also wieder einmal ein bunter Mix aus der ganzen Welt. Schwer beladen und nach einem letzten Stop beim Supermarkt ging es dann fast 2 Stunden den Stuart Highway entlang zum Litchfield Nationalpark. Ich war so froh, dass ich mir ein paar Tage zuvor den Dachgepäckträgerkorb noch gekauft habe. Sonst wäre es mit 5 Leuten absolut unmöglich gewesen auf Tour zu gehen. Da wir Fabienna gegen 16 Uhr von der Arbeit abgeholt haben und erst gegen 19 Uhr am Zeltplatz waren, haben wir am Freitag lediglich die Zelte aufgebaut und bei einem gemütlichen BBQ und ein paar kühlen Bierchen den Tag ausklingen lassen. Wir sind auf den Litchfield Tourist Park gefahren, der sich kurz vor dem eigentlichen Park befindet und alles hat was man benötigt. Duschen, Toiletten, Küchen, Swimmingpool etc. Und 9$ für die Nacht sind auf jeden Fall günstiger als 30$ im Hostel. 


Es war auch das erste Mal das ich mein Zelt testen konnte (rechts auf dem Foto). Ich war echt überrascht. Da passen locker 3 Leute + Gepäck hinein. Ich war ja sogar schonmal an diesem Zeltplatz. Erinnert ihr Euch noch an meinen Job als Weed Sprayer und die Dienstreise nach Batchelor? Damals habe ich ja für einen Tag auf der Zubringerstrasse zum Park gearbeitet. Wir hatten aber leider nicht die Zeit, um in den Park hinein zu fahren.

Am Samstag ging es dann nach einem kleinen Frühstück gemütlich gegen 10:30 Uhr in den Park. Unser erster Stop waren die Magnetic Termite Mounds (magnetische Termitenhügel). Hier kann man eine erstaunliche Formation von Termitenhügeln bewundern, die von Norden nach Süden ausgerichtet sind. Dies hat aber rein gar nichts mit Magnetismus zu tun, wie es der Name vermuten lässt. Die Termitenhügel sind von Nord nach Süd ausgerichtet, weil es so die geringste Sonneneinstrahlung auf die Hügel gibt und das Innere sich nicht so sehr aufheizt. Schlaue Tiere, diese Termiten :) Die Hügel sind übrigens so hart wie Beton. Mir wurde erzählt, dass die Aboriginals die Hügel sogar für Fussböden und Wege nutzen.





Dann ging es zu den Buley Rockholes. Hier fliesst der Florence Creek entlang einiger Felsformationen. Zu bestaunen gab es einige Bademöglichkeiten, die wie Whirlpools mitten in Felsen aussahen. Absolut fantastisch. Es fühlte sich so gut an endlich mal wieder ausserhalb der großen Stadt etwas so Schönes geniessen zu können.



Die Mädels hatten Spaß beim Plantschen :)

Ich Stürze mich mal wieder Hals über Kopf in das Wasserloch :)

Dann ging es nur 2 Kilometer weiter zu den Florence Falls, wo der Florence Creek sich einige Meter in die Tiefe stürzt. Juhu, mal wieder ein Wasserfall in Australien. Hier hat mich nur ein wenig genervt, dass es absolut überlaufen war. Überall waren Menschen, so dass man sich wie am Bondi Beach in Sydney fühlt. Aber es war trotzdem schön und wir hatten bereits den zweiten Badestop an diesen Tag.

 Ist das nicht paradiesisch?

Dann kam die erste Kraftprobe für das Auto. Eine 10 Kilometer lange Strasse zur "Lost City" stand an, die nur mit 4WD befahren werden sollte. Zum ersten Mal konnte ich sehen, ob das Auto hält, was es verspricht. Ok, die Strasse war nicht asphaltiert, aber ich meine, man hätte die Strasse auch mit normalen Antrieb bewältigen können. Da waren 2-3 Stellen, wo es durch sehr weichen Sand ging, das war es aber auch. Das Auto hat es geschafft. Null Problemo. 



Jaja, Frauen und Autos ;D

Die Lost City ist eine Sandsteinformation, die durch Millionen von Jahre verwittert ist und den anschein einer alten Stadtruine gemacht hat.


 

I'm lost in the city ;)


Weiter ging es zum Tabletop Swamp, ein kleines Sumpfgebiet, wo wir einfach nur mal 15 Minuten sitzen und der Natur und den vielen Vögeln lauschen konnten.






Unser letzter Stop am Samstag führte uns zu den Tolmer Falls. Hier konnte man zwar nicht Baden, aber man hatte einen super Ausblick in die Schluchten und das Weite des Nationalparks und Australiens. Absolut beeindruckend.






Dann ging es zurück zum Campingplatz und wie schon am Tag zuvor haben wir den wundervollen Samstag bei einem Teller Spaghetti Bolognese und ein paar Bierchen ausklingen lassen. Übrigens hatten wir die Tage am Campingplatz einen perfekten Sternenhimmel. So Etwas habe ich noch nicht gesehen. Es war keine Wolke am Himmel und der Mond hat nicht geschiehen. Man konnte also die wundervoll Pracht der Sterne genießen. Man hat die gesamte Milchstrasse hell aufleuchten sehen. Das war sooooo schön. Ich habe innerhalb von 15 Minuten 4 Sternschnuppen gesehen. Unbeschreiblich. Leider bekommt man die Sterne nicht auf die Kamera.

Am Sonntag ging es dann wieder in den Park. Der erste Stop war auch gleich eines meiner Highlights unseres Ausflugs. An sich war es nur ein weiterer Wasserfall (Tjeataba Falls). Das Besondere war hier jedoch, dass der Weg nicht wie so oft zum Fuße des Wasserfalls führte, nein, er führte uns direkt zum Abhang, wo sich der Wasserfall in die Tiefe stürzt. Man konnte wirklich im Wasser am Rande des Abhangs stehen und nur wenige Centimeter vor dir, stürzt sich das Wasser meterlang in die Tiefe. Und direkt bevor dem Abhang gab es ein tiefes Wasserloch, dass wir natürlich gleich wieder zum Baden genutzt haben. Das Schöne an diesem Platz war, wir hatten das Wasserloch 2 Stunden lang für uns ganz allein. Niemand sonst war dort, denn das ist einer der Plätze, wo die meisten Touren mit den unzähligen Touristen nicht hinfahren. Wir haben also Kunstsprünge ins Wasserloch machen können, haben uns einfach auf den Felsen ein wenig sonnen können und im Wasserfall am Abgrund sitzen können. Das war echt entspannend und jeder in der Gruppe war einfach nur noch relaxt und hat es genossen.

Am Abgrund des Wasserfalls







Momente voller Entspannung. Ich liebe mein Leben :D


Dann sollte es eigentlich weiter zum Sandy Creek und den Tjaynera Falls gehen. Es war eine weiter Sandstrasse, die nur mit Allradantrieb zu bewältigen ist. Hier war jedoch ein Fluss zu überqueren, der nicht gerade sehr flach war. Der Meßstab zeigte 40cm an. Ich habe dann entschieden, dass es zu risikoreich ist hindurch zu fahren. Ich war mir nicht sicher, ob das Auto genug Bodenfreiheit hat und ich wollte das Auto nicht gleich beim ersten Trip schrotten, auch wenn es mich sehr gereizt hätte hindurch zu fahren.



Wir sind dann zurück auf die Hauptstrasse und zu der absoluten Touristenattraktion im Litchfield Nationalpark gefahren, den Wangi Falls. Auch diese Wasserfälle sind sehr beeindruckend gewesen, jedoch galt hier dasselbe, wie auch schon bei den Florence Falls. Einfach zu viele Leute! Natürlich haben wir wieder ein Bad im angenehm temperierten Wasser genommen und ich habe mir sogar eine "Massage" unter dem Wasserfall gegönnt. Das Wasser prallt so hart auf deine Haut, dass du wie bei einer richtigen Massage schön durchgeknetet wirst :)



Unser letztes Ziel waren dann die Cascades, die wohl am ehesten mit den Buley Rockholes zu vergleichen sind. Jedoch geht es hier nicht so touristisch zu und aus diesem Grund hatten wir mal wieder ein Wasserloch für uns ganz allein. Der Weg dorthin war jedoch nicht ganz einfach. Es ging durch kleine Waldpfade und sogar den felsigen Fluss mussten wir mehrmals überqueren. Und wir naiven Backpacker hatten nur Flip Flops und keine Wanderschuhe :D






Auf den Weg zurück zum Parkplatz passierte mir dann mal wieder was einmalig Dummes. Als ich den Fluss durchqueren wollte, bin ich auf den rutschigen Felsen mit meinen Flipo Flops ausgerutscht. Sekundenbruchteile später sehe ich nur noch meine Kameratasche über den Felsen fliegen. Sie verschwand dahinter und es gab einen kleinen Platscher. NEEEEEEEIN!!! Ganz schnell habe ich die Kameratasche aus dem Wasser gefischt. Akku und Speicherkarte herausgenommen. Die Kamera habe ich dann erstmal in einen Sack Reis gepackt. Naja, leider funktioniert sie bis heute nicht. Wird wohl eine Neue werden müssen. Aber zumindest waren die Bilder noch da. Gott sei Dank!

Wir sind dann zurück zum Campingplatz gefahren und haben das selbe wie jeden Abend gemacht. Aline hat lecker Rissotto gekocht. Und dann waren da noch Bierchen, lustige Gespräche und Sterne gucken. Am nächsten morgen ging es dann zurück nach Darwin. Alle waren ganz traurig, dass die 4 wunderschönen Tage schon wieder vorbei sind. Das Auto hat die Generalprobe super gemeistert und absolut keine Probleme gemacht. Sogar mit 5 Personen im Auto und ganz viel Gepäck. Aline, Tristan, Sophie und Fabienna haben das Auto während des Trips übrigens auf den Namen Brendan getauft. Muss wohl irgendein Tourguide aus Australien sein, der im Fernsehen mit seinem Bus herumreist. Also gut, heißt das Auto ab jetzt halt "Brendan". Wir haben viel gelacht und viel schönes gesehen. Durch den Trip kann ich es jetzt kaum noch erwarten endlich nach Broome aufzubrechen. Der Trip in den Park hat uns gerade einmal 70$ für Benzin, Essen und Campingplatz für jeden von uns gekostet. Günstiger gehts kaum. Für eine 2-3 Tagestour in den Litchfield Nationalpark zahlst du um die 350$. Ich habe auch etwas ziemlich Geniales festgestellt. Ich habe nun ungefähr 9 Wochen im Auto geschlafen. Mit den gesparten 250$ für eine Tour in den Park habe ich nun schon mehr Geld gespart als ich damals für das Auto bezahlt habe (1850$). Ist das nicht super?

Nun bin ich zurück in Darwin und in den letzten 2,5 Wochen hier werde ich nun noch die Steuererklärung machen, ein paar Dinge rund ums Auto erledigen, eine neue Kamera kaufen natürlich ;) und mir ein paar Reisepartner suchen. Und dann geht es endlich auf nach BROOME. YEAHHHH!!!

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