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Mittwoch, 12. Februar 2014

Eine Enklave in den Bergen

Der Wahnsinn scheint einfach kein Ende zunehmen. Meine letzten 7 Tage in Pai. Absolut von einer anderen Welt. Willkommen in Pai, einem Ort im äußersten Nordwesten von Thailand nehe der Grenze zu Myanmar. Gelegen in einem idyllischen Tal und umzingelt von Bergen könnte man meinen man findet sich in einer abgeschotteten Gemeinschaft wieder. Pai zu beschreiben ist unmöglich. Man muss da gewesen sein. Die 3-stündige Fahrt von Chiang Mai führte direkt über die Berge. Serpentinen. Links. Rechts. Links. Wir wurden gut durchgeschüttelt. Schon in Australien haben mir viele Backpacker gesagt, wenn ich nach Thailand gehe, soll ich doch unbedingt nach Pai gehen. Leute sagen sogar, dass es ihr Lieblingsort in ganz Thailand ist. Normalerweise gehe ich solchen Empfehlungen ja immer nach. In diesem Fall war ich aber skeptisch, denn wenn man jemanden fragte, was denn das besondere an Pai sei, sagen alle nur: "Es gibt nicht sovielzu sehen und zu tun. Es ist einfach die Atmosphäre die einen dort steckenbleiben lässt". Ich hatte also schon hohe Erwartungen mit etwas Skepsis.
Meine Erwartungen wurden übertroffen. So ein schönes Fleckchen fernab von Sandstränden und Meer habe ich selten zuvor gesehen. Ich kann verstehen, warum Backpacker teilweise Monate hier bleiben. Der Mix in Pai ist einfach einzigartig. Eine relaxte Stadt mit Cafes und Bars. Und wenn man aus der Stadt heraus schaut türmen sich die Berge in jeder Richtung in die Höhe. Magisch. Schon das Hostel lässt dich einfach nur in einen Traum versinken. Das "Spicy Pai" liegt mitten in den Reisfeldern. Die Dorms sind halboffene Holz- und Bambushütten. Du wachst auf und hast deine Frühstück unter einem Bambusdach, während die aufgehende Sonne aufgeht und Reisfelder und die Berge am Horizont glänzen lässt. Wie könnte ein Tag besser beginnen. 






Das ganze Tal ist gespickt mit wunderschönen Schauplätzen. Ich habe mir einen Scooter gleich für 5 Tage ausgeliehen. Ohne Scooter, bleibt man mehr oder weniger nur in der Stadt kleben, da es hier keine wirklichen Tuk-Tuks oder Taxis gibt. Es ging zu einen traumhaften Aussichtspunkt, von dem man das ganze Tal sehen konnte. Der Eigentümer der Aussichtsplattform gibt einen dann einen Pott Tee. Da sitzt man mit seinem Tässchen Tee und genießt die Aussicht stundenlang. Weiterhin gibt es eine paar nette Wasserfälle auf dem ca. 20km langen Rundweg durchs Tal zu sehen. Immer wieder tauchen gemütliche Cafes, Erdbeerfarmen oder Restaurants an den Abhängen auf. Pai kann ein paar heiße Quellen sein eigen nennen, in denen man auch baden kann. Auf der Ostseite kann man eine riesige weiße Buddhastatue an einem Berghang besuchen, die das Tal überwacht. Dann gibt es noch die Memorial Bridge, die über den Fluss Pai führt und einen ähnlich historischen Hintergrund hat, wie die Brücke am Kwai in Kanchanaburi.














Ein weiteres Highlight ist der Pai Canyon. Auch nach 30 Monaten, denkt man, ich hätte alles gesehen. Nein. Der Canyon war mal wieder etwas komplett Neues. Und es ist etwas für den Nervenkitzel. Im Prinzip könnt ihr euch unter dem Pai Canyon ein großes Areal vorstellen, in dem man auf dem Kamm einer Bergkette entlang läuft. Das Verrückte ist, dass der Pfad manchmal gerade nur 30cm breit ist und links und rechts geht es 30-50 Meter die Klippen hinab. So etwas dürfte man in Deutschland nicht einmal ansatzweise betreten. Es gibt keine Geländer, Hilfsseile oder sonstige Sicherungshilfen. Nichts für schwache Nerven. Aber auch hier heißt es: Desto weiter man sich traut, desto besser die Aussicht.








Im Prinzip ist das alles Sehenswerte. Hört sich nicht viel an, aber man kann echt mindestens 2 Tage nur mit dem Scooter durchs Tal fahren, um alles zu sehen. Und im Ernst, nur allein durch das Tal zu düsen, macht so viel Spaß. 
Ich bin hier nicht einmal vor 11 Uhr aufgestanden, was aber auch nicht schlimm ist. Wenn man sich ein paar Tage Zeit in Pai nimmt, findet man die perfekte Kombination zwischen Entspannung und Sightseeing. Warscheinlich ist es das, was viele an Pai so lieben. Hinzu kommt das authentische Lebensgefühl, dass man hier spürt. Natürlich bin auch häufiger nachts mal ausgegangen. Aber hier "chilled" man lieber in den Bars als "Party" zu machen. Im Hostel gibt es fast jeden Tag ein Lagerfeuer und BBQ, Currys und thailändischen Spezialitäten mit anschließendem All-you-can-drink. Ganz ehrlich. Besser gehts nicht. Vom ersten Augenzwinkern am Morgen bis zum letzten Atemzug vorm Bettgehen. Pai zieht dich in seinen Bann. Auch habe ich hier soviele Leute wiedergetroffen, die ich schon vorher getroffen habe irgendwo. Mindestens 10. Voll krass. Pai scheint echt angesagt zu sein. Also, um mal ein Fazit abzugeben: Pai ist zusammen mit Koh Tao mein absoluter Lieblingsort bis jetzt in Thailand. Muss ich noch mehr sagen?

Und noch ein paar Bilder von und um Pai herum











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