.

.

Donnerstag, 7. November 2013

Tauchen, Strände, Feiern auf den Gili Inseln

Die Gili Islands sind etwas ganz besonderes. Vor der Nordwestküste Lomboks befinden sich 3 Inseln in einer Reihe, die bis vor 50 Jahren noch absolut unbewohnt waren. Sie sind so winzig, dass man jede in etwa 2 Stunden Fussmarsch umrunden kann. Während Gili Meno und Gili Air eher für Pärchen und Flitterwochen geeignet sind, regiert auf Gili Trawangan das Backpacker- und Partyleben. Mich hat es auf Gili T (für Trawangan) verschlagen. Wie beschreibt man am besten Gili T? Wie die Überschrift schon sagt, dreht sich alles um das Tauchen, weiße Sandstrände und Bars und Restaurants. Die Idylle regiert. Es gibt keine motorisierten Fahrzeuge. Waren werden auf Karren geladen und per Manneskraft über die unbefestigte Straße gezogen. Touristen werden in kleinen Pferdekutschen um die Insel chauffiert und lauffaule Touristen umrunden die Insel auf einem Fahrrad. Dennoch ist die Hauptstraße gesäumt von unzähligen Bars, Restaurants, Touranbietern und Tauchshops. Gili T allein hat 22 Tauchschulen. Leute, die hier nicht tauchen gehen, liegen am weißen Strand, der die gesamte Insel umrundet, gehen auf Schnorcheltouren oder schlürfen ein Cocktail in einer der vielen Strandbars. Der Nachtmarkt bietet den Touristen Köstlichkeiten aller Art von frischen Fisch bis scharfen indonesischen Reis- und Nudelgerichten zum Abendessen alles an. Auf den spartanischen Holzbänken kommen die Reisenden ins Gespräch. In der Nacht wandelt sich Gili T zu einem Partypalast. Backpacker strömen in die Bars und Nachtclubs und fröhnen den Alkohol und das lockere Leben. Wieso auch nicht? Auf Gili T macht es keinen Unterschied, ob du um 8 Uhr morgens oder 2 Uhr Nachmittags am nächsten Tag aufwachst.

Auf der Hauptstraße






Irgendwo auf der Insel


Ausblick vom höchsten Punkt der Insel
Die erste Insel ist Gili Meno, die zweite Gili Air und im Hintergrund sieht man Lombok



Es ist sehr merkwürdig. Jeder sagt, dass es auf Gili T tagsüber nicht wirklich viel zu tun gibt (was stimmt), aber dennoch bleibt man hier so leicht hängen und vergisst die Zeit komplett. Ganze 11 Tage hat mich Gili T gefangen gehalten. Es ist das Flair auf Gili T, was den Aufenthalt einfach nur gemütlich macht. Es gibt keine Polizei auf der Insel und Magic Mushrooms sind legal, die dir an jeder Straßenecke angedreht werden. Wer Magic Mushrooms nicht kennt, hier eine kurze Definition von Wikipedia: Psilocybinhaltige Pilze, auch als Zauberpilze, magic mushrooms oder halluzinogene Pilze bezeichnet, sind psychoaktive Pilze. Die in ihnen enthaltenen Stoffe Psilocybin und Psilocin wirken ähnlich wie die Droge LSD, sind jedoch von kürzerer Wirkdauer. Liebe Eltern, um Euch zu beruhigen, ich kann auch Spaß ohne Drogen haben. Also keine Angst haben, aber ich muss es erwähnen, da es die Situation auf Gili T sehr gut beschreibt. Leute erzählen mir wundersame Dinge, was sie alles gesehen haben in der Mushroom-Welt. In Hostels werden Wettkämpfe in Beerpong (Trinkspiel) ausgetragen oder einfach nur in gemütlicher Runde ein Bintang getrunken. Das Leben auf Gili-T ist perfekt. Tagsüber kann man am Strand relaxen oder Abenteuer beim Schnorcheln und Tauchen suchen und in der Nacht kann man zum Partytier werden.

Weißer Sandstrand überall. Besser gehts nicht.





Sonnenuntergang auf Gili T




Ich bin also gemeinsam mit Yanise von Ubud aufgebrochen. Es gibt 2 Möglichkeiten, um von Bali auf die Gili Islands zu kommen. Entweder nimmt man ein Speedboot, dass in 1,5 Stunden am Zielort ist oder man nimmt die langsame Fähre mit einem Umweg über Lombok, was ungefähr 8-10 Stunden dauert. Wir haben uns doch tätsächlich für die langsamere Variante entschieden, was gar nicht so schlecht war, denn die Fähre hat uns nach Lombok gebracht, von wo aus es mit einem Bus in den Norden Lomboks ging. So hat man ein kleinen Eindruck von Lomboks Küste gewinnen können. Von dort ging es dann nochmal mit einem kleinen Motorboot nach Gili T. Nur zur Info: Auf den Rückweg habe ich dann das Speedboat genommen, weil es doch deutlich komfortableres Reisen ist ;)

Auf der Fähre nach Lombok


 Zusammengefercht auf dem kleinen Motorboot von Lombok nach Gili T



Die ersten paar Tage habe ich entspannt und die Insel ein wenig erkundet und umrundet. Da ich mich dazu entschlossen hatte, den Flieger am 9.November zu den Philippinen zu nehmen, hatte ich noch gute 2 Wochen auf Bali und Lombok zu verbringen. Eigentlich wollte ich nur ein paar Tage auf Gili T bleiben, ein wenig Tauchen gehen und dann noch ein paar Tage auf Lombok verbringen. Gili T hat mir aber so gut gefallen, dass ich mich entschieden hatte, bis zu meiner Rückkehr nach Bali einfach dort zu bleiben. Damit aber noch nicht genug. Die meisten Hostels und Unterkünfte entlang der Hauptstraße haben zugleich auch eine Tauchschule integriert. Ich habe einen Blick auf die Preise geworfen und habe mich mal wieder waghalsig in einen neue Herausforderung geworfen. Da ich ja einige Tage Zeit hatte und nun auch nicht jeden Tag nur am Strand abgammeln wollte, habe ich mich für den Rescue Diver Kurs (Rettungstaucher) angemeldet. Nachdem ich vor gut 2 Jahren meinen Open Water und Adventure Diver Kurs in Cairns gemacht habe, folgte nun also der nächste Schritt. Eine ganz neue Taucherfahrung. Der Fokus lag auf Selbsthilfe und Hilfe des Tauchpartners in Stresssituationen, aber auch Notfallrettung unter und über Wasser. Was macht man, wenn dem Tauchpartner die Luft ausgeht, wenn er in Panik unter Wasser verfällt, was macht man wenn man einen bewusstlosen Taucher findet, wie sucht man einen vermissten Taucher und wie bekommt man einen verunglückten Taucher am besten aus dem Wasser? All dies war Teil des Kurses. Am ersten Tag musste ich mich durch die leidige Theorie lesen und einen Theorietest bestehen. Dann ging es 2 Tage lang unter Wasser. Leider konnte ich mich gar nicht auf die Fische und Korallen konzentrieren, da mein Tauchlehrer jederzeit einen Krampf im Bein, sein Atemgerät aus dem Mund verlieren oder auch seinen Tank und Bleigürtel verlieren konnte. Wir haben sämtlich Szenarien unter Wasser durchgespielt, was ziemlich cool war. Danach musste ich noch 3 Tage einen Erste Hilfe Kurs machen. Sogar mit einem Defibrillator und 100% Sauerstofftherapie musste ich herumhantieren. Naja jedenfalls bin ich jetzt ein Rescue Diver. 
Würde ich nun noch einen Schritt weitergehen (Divemaster) könnte ich theoretisch in jedem Tauchcenter weltweit arbeiten. Was für ein Leben, wenn man fürs Tauchen bezahlt wird, oder? Naja aber erstmal will ich auf jeden Fall noch Südostasien zu Ende bereisen, denn für den Divemasterkurs muss man mindestens 1,5-2 Monate einplanen. Aber wenn ich am Ende noch Geld über haben sollte, wer weiß, was die Zukunft bringt... :)






Am letzten Tag habe ich dann noch zumindest einen normalen Tauchgang gemacht, um auch ein paar Fische und Korallen zu sehen. Und ich muss sagen, das Riff um die Gilis ist traumhaft. Soviele exotische Fische und auch Korallenformen gibt es hier zu sehen. Hat mir richtig gut gefallen. Auch das Essen hat mir auf Gili T richtig gut geschmeckt. Alles in allem kann ich die Gilis nur absolut weiterempfehlen. Aber plant genug Zeit ein ;) Nun bin ich zurück in Kuta. Am Samstag geht es auf zu den Philippinen. Ich weiß, es war eigentlich nicht auf meinem Plan, aber meine Kollegen vom Hotel in Karratha haben mich eingeladen. Kann ich ja schlecht nein sagen. Also, ihr hört von mir aus den Philippinen. Übrigens ist es das bereits zehnte Land auf meiner Reise, das ich besuche.

Schon mal 6.5 Millionen im Geldbeutel gehabt?


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen