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Mittwoch, 30. April 2014

5 Perfekte Tage in Siquijor

Unglaublich, was hier zum Ende meiner Reise noch auf mich wartet. Die Philippinen sind ein echter Geheimtipp liebe Freunde. Diese malerische Schönheit der Inseln, gepaart mit minimalen Tourismus machen die Philippinen zu etwas Besonderen. Auch das Backpacking nimmt hier eine ganz andere Form an. In anderen Ländern geht man ins Reisebüro nebenan und du wirst in einen vollen Bus gestopft der dich stundenlang zu deinem Ziel bringt. Nicht viel Aufwand, aber null Komfort. Hier in den Philippinen gibt es so etwas wie diese zwielichtigen Reisbüros nicht. Hier muss man auf öffentliche Transportmittel zurückgreifen, was eher zu einer abenteuerlichen Erfahrung wird als zu einem Stressakt. Die Einheimeischen in den Jeepneys sind super nett und geben dir gern einen guten Ratschlag. Hier bekommt man noch das originale Gefühl, dass Backpacker vor 30 Jahren gehabt haben müssen. Eigentlich wollte ich die Insel Siquijor südlich von Bohol gar nicht mitnehmen, aber Yanise und Jennifer (aus Kanada, die wir auf Bohol getroffen haben) wollten dort hin. OK, warum nicht. Und es war eine goldrichtige Entscheidung. Die letzten 5 Tage hier in Siquijor waren genau das, was ich mir von meinen letzten Tagen auf meiner Reise erwartet habe. Siquijor ist bei Reisenden eher unbekannt. Die gesamte Insel kann man in 71km und einen Tag umrunden und es geht ziemlich ruhig zu hier. Obwohl Siquijor so klein ist, hat die Insel so viel verschiedene Dinge im Angebot. Traumhaft schöne Strände, abenteuerliche Höhlen, verwunschene Wasserfälle. Ich kann Siquijor nur ganz schwer beschreiben. Die letzten 5 Tage waren so perfekt wie schon lange nicht mehr. Nicht nur die Insel. Unsere Unterkunft ist direkt am Strand und fast alle hier bleiben für ein paar Tage. In den letzten 5 Tagen sind wir zu einer richtig kleinen Familie im Hostel geworden. So eine tolle und homogene Gruppe habe ich wirklich schon seit langer, langer Zeit nicht mehr in einem Hostel gefunden. Wahrscheinlich sind es zum großen Teil auch die Leute hier, warum ich ganze 5 Tage auf Siquijor verbracht habe. Alle scheinen irgendwie auf einer Wellenlänge zu sein.
Unsere Fähre sollte von Taglibaran auf Bohol über Dumaguete auf Negros nach Siquijor gehen. Auf den Weg nach Negros hatte sie dann aber mechanische Probleme und wir mussten in Dumaguete Halt machen. Zu meiner Überraschung hat man uns den vollen Betrag für das Fährticket erstattet. Das nenne ich doch mal Kundenservice. Die ganze Strecke von Bohol nach Siquijor haben wir also für nur 2€ zurücklegen können. Unschlagbar. 

Auf der Fähre

Ankunft in Siquijor

Der Strand am Hostel. 5€ die Nacht. Unschlagbar!





Was ich dann die letzten 5 Tage hier erleben durfte, ist genau das, was ich mir von meinen letzten Tagen auf Reisen vorgestellt habe. Gemeinsam haben wir uns am ersten Tag einen Scooter gemietet und haben tatsächlich die gesamte Insel umrundet. Wir haben zunächst Halt bei der lokalen Molkerei gemacht. Anschließend haben wir an einem 400 Jahre alten Banyanbaum angehalten. Vor dem Baum gab es ein kleines Wasserbecken, in dem man sich umsonst tote haut von Doktorfischen von den Füssen zunzeln lassen kann. Dann haben wir einen ziemlich coolen Wasserfall im Dschungel Siquijors gefunden. Nach einem Mittagessen ging es zu einem menschenleeren Strand, an dem wir uns mit Seesternen ein wenig bei Laune gehalten haben. Weiter ging es zu einem Resort an der Ostküste Siquijors. Dort konnten wir die Klippen hinunter ins glasklare Meer springen. Mit einem Bier in der Hand im Meer sitzend haben wir dann den Sonnenuntergang angeschaut. Dann sind wir weiter nach Larena gefahren, wo eine Art Festival stattfand. Nach einem BBQ und Livemusik haben wir uns dann noch eines der Basketballspiele hier angesehen bevor es zurück ins Hostel ging. Ein überragender Tag. Perfekte Gruppe. Perfekte Insel. Perfekte Aktivitäten.

Banyanbaum





Mittagessen



Sexy Meerjungfrau :D




Wahnsinns Bild
Abendessen

Larena

Posing mit den Basketballern

Reisegruppe Siquijor

Am zweiten Tag wollten wir dann ein wenig das bergige Innere der Insel besuchen. Zunächst haben wir an Wasserfall Nummer 243 auf meiner Reise angehalten. Aber auch Wasserfall 243 hatte wieder einiges zu bieten. Mitten im Dschungel stürzen sich die Wassermassen in einen smaragdgrünen Pool. Dann ging es in die Berge nach San Antonio. Siquijor ist berühmt für seine Schwarze Magie. In den Bergen soll es die sogenannten „Healer“ (Wunderheiler) geben. Beim Bolo-Bolo (würde jetzt zu weit gehen, das zu erklären) werden dir dann durch Magie die Probleme deines Körpers aufgezeigt. Alles Hokus-Pokus wie ich ein paar Tage später herausfinden musste. Jedenfalls haben wir keinen Bolo-Bolo Wunderheiler in San Antonio finden können, sondern nur eine Dame die uns ein wenig mit Kräutern und Massagen „heilen“ wollte. 



Magie oder Illusion?

Danach hat sich unsere Gruppe ein wenig aufgespalten. Ich wollte mit Rhiannon und Alan aus England die Cantabon Höhle erkunden. Höhle Nummer 154 auf meiner Reise hatte es in sich. Es war zugleich die abenteuerlichste aller Höhlen auf meiner Reise. Wieso? Normalerweise läuft man einfach nur durch die Höhlen und schaut sich Alles an. Gefährliche Stellen werden abgesichert und die ganzen Schätze wie die Stalagmiten und Stalagtiten darf man aus gutem Grund auch nicht anfassen oder beklettern. Nicht so in den Philippinen.. Ausgerüstet mit Badehose, Flipflops, Helm und einer Taschenlampe ging es hinein. Es ging durch Wasser, und ziemlich enge Stellen. Es gab ziemlich geniale Formationen in der Höhle zu sehen und man durfte Alles antatschen J Es ging ziemlich weit hinein, so dass man schon merkte wie der Sauerstoff immer weniger wird. Auf dem Weg gab es immer wieder ein paar Attraktionen. Zuerst sind wir im „Minipool“ ein wenig schwimmen gegangen. Dann konnte man sich an der „Bell Shower“ unter einer Kristallglocke eine unterirdische Dusche gönnen. Rhiannon räkelte sich im „Fairy Pool“ und ganz am Ende der Höhle wartete das „Kings Bed“ auf uns, eine Kaskadenformation aus weißem Kristall in dessen Terrassen sich das Wasser sammelte. Irgendwie haben wir uns dann in den obersten Pool geschlängelt. Jeder Geologe hätte uns den Hinter versohlt haha. Eine der besten Höhlen, in der ich war.

Ein winziger Eingang zu einer atemberaubenden Höhle










Am Abend sind wir dann mit der gesamten Gruppe in die lokale Disco gegangen, nachdem wir uns beim Karaoke mit Rum und noch mehr Rum schon gut eingestimmt hatten. Am dritten Tag gab dann nach einem entspannten Nachmittag am hauseigenen Strand etwas zu feiern. Yanise und Nikki sind aus Holland und ihr König hat Geburtstag. Wir haben also Kings Day gefeiert. Orange ware die Farbe des Abends und bei einer gemütlichen Runde „Kings Cup“ (Trinkspiel) ging auch dieser Tag dann zu Ende. Am vierten und letzten Tag habe ich einfach nur entspannt. Ein Highlight gab es dann aber doch noch. Das sogenannte „Cockfighting“ ist in den Philippinen ganz berühmt. Tierschützer würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Beim Cockfight treten 2 Hähne zum Kampf in einer Arena an. Ein Einheimischer hat mich und Jennifer aus Kanada eingeladen. Wir sind also in die Arena gefahren. Den 2 Gockeln wird je eine messerscharfe Rasierklinge ein Bein gebunden und dann kämpfen beide bis einer von beiden Tod ist. Klingt grausam, aber immerhin wird der tote Hahn danach verspeist. Was das ganze so besonders macht ist, dass auf Geld auf die Hähne gesetzt wird. Die Atmosphäre hier ist einzigartig. Bevor der Kampf beginnt, schreien sich alle quer durch die Arena an, um Wetten abzuschließen. Jen und ich hielten uns zunächst zurück und schauten uns einfach nur die Kämpfe an. Dann wollten wir es aber wissen. Wir haben gewettet.  100 Pesos. Und das ganze gibt den Kämpfen tatsächlich noch einmal einen ziemlich dramatischen und aufregenden Bonus. Ich hatte eine Glückssträhne. 3 mal hintereinander habe ich gewonnen und war auf einmal 400 Pesos reicher bevor ich das erste Mal verloren habe. Meine Wttpartner schauten mich schon komisch an. Dann aber wurde es dramatisch. Es hieß Alles oder Nichts. Mit 500 Pesos wettete ich. In den ersten Sekunden war ich der Verzweiflung nahe. Mein Gockel lag auf dem Boden und schien den Kampf zu verlieren. Ich konnte nicht hinschauen. Irgendwie rappelte er sich dann aber doch nochmal auf und es wurde ein Kopf an Kopf rennen. Die Hähne sehen alle gleich aus. Ich wusste also gar nicht mehr, welcher mein Hahn war. Nach ca. 3 Minuten schrie der Einheimische, mit dem wir gekommen sind, glücklich auf. Und dann war es mir klar. Mein Hahn hat tatsächlich das Ruder noch einmal herumgerissen und den gegnerischen Hahn in die ewigen Jagdgründe geschickt. Was für ein Finish. Und ich war weitere 400 Pesos reicher. Am Ende ging ich mit einen Gewinn von 700 Pesos nach Hause (ungefähr 11,50€), was 2 Nächten im Hostel entspricht. Jen war nicht so glücklich und ist mit -300 Pesos nach Hause gegangen. Freude und Leid liegen so eng beieinander, was dem martialischen Cockfight wahrscheinlich auch seine Beliebtheit verschafft.

Die Cockfight-Arena

Lasst das Gemetzel beginnen

Pure Verzweiflung

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Pose eines Gewinners

Der Eine gewinnt, ein Anderer verliert

Mein Aufenthalt in Siquijor war einfach vom Anfang zum Ende perfekt. Das ich so etwas nach fast 3 Jahren noch sagen kann, spricht für die Philippinen. Leider musste ich am nächsten Tag aufbrechen, da ich unbedingt noch ein letztes Mal Tauchen gehen wollte. Die anderen, Yanise inbegriffen, sind noch einen Tag länger geblieben. Siquijor bekommt definitiv einen Platz unter den Top 5 meiner Südostasienerfahrungen.

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