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Donnerstag, 10. April 2014

Koh Rong - Das unentdeckte Paradies



Ich kann nur die Stirn runzeln. Was ist das nur für eine Reise? Da sitze ich nun auf der Terrasse meines Bungalows und schaue durch ein paar Bäume auf die kristallklaren Wellen, die sanft auf den weißen Sandstrand niedergehen. Aus der Bambusbar ist „Summer of 69“ zu hören. Da reist man 6 Monate durch Südostasien, denkt man hat alles gesehen und dann endet man hier. Im vollkommenen Backpackerparadies. Wer hätte gedacht, dass sich hier auf einer kleiner Insel vor der Küste Kambodschas der größte Schatz in Südostasien verbirgt. Viele Reisende haben mir schon in Australien erzählt, wie schön die Insel Koh Rong ist. Manche haben mir sogar erzählt, dass sie Monate auf Koh Rong hängen geblieben sind. Keine Frage, wenn alle davon schwärmen, muss ich das natürlich auskundschaften. Ich muss gestehen, sie haben alle untertrieben. Diese Insel ist einfach die Perfektion des Möglichen. Mein absoluter Lieblingsort in ganz Südostasien. Stellt Euch vor, wie die Inseln in Indonesien, Malaysia, Thailand oder den Philippinen ausgesehen haben bevor sie vor Jahrzehnten von Touristen entdeckt wurden? Genau, das ist Koh Rong!
 
Koh Rong liegt eine 2-stündige Bootsfahrt südwestlich von Sihanoukville. Die Insel ist zu 99% mit Dschungel überzogen. Lediglich am Hauptstrand gibt es eine kleine Siedlung. Das Atemberaubende sind aber die Strände, die es beinahe mit denen in Australien oder auf den Cook Islands aufnehmen können. Kristallklares trifft auf ganz feinen, weißen Sandstrand. Von Verschmutzung keine Spur. Was Koh Rong aber von allen anderen Inseln in Südostasien abhebt ist das Leben hier. Es ist der perfekte Mix aus Naturbelassenheit, Tourismus und Einheimischen. Auf Koh Rong fühlt man sich einfach frei, in die Natur integriert. Das lässt sich ganz schwer beschreiben. Auf der Insel befinden sich nur Backpacker. Keine Familien, keine Pärchen. Demzufolge gibt es keine Resort. Versteckt im Dschungel hinter den Stränden findet man ein paar Bungalows. Sie sind perfekt in den Dschungel integriert. Man kann sie kaum vom Strand erkennen. Man bekommt das Gefühl, alles wird eins mit der Natur hier. Es gibt keine Strassen oder Transportmittel auf der Insel. Die einzige kleine Siedlung ist direkt am Strand, wo man in einen der gemütlichen Bambussessel Platz nehmen kann und ein Cocktail schlürfen oder auch ein Essen genießen kann. Backpacker und Einheimischen leben hier gemeinsam. Zumindest bekommt man das Gefühl. Es gibt kaum Menschen hier. Wenn also ein wenig läuft kann man sein eigenen verlassenen Strand finden. Es gibt hier so wenige Menschen, dass man sogar anfängt am Strand die anderen zu grüßen. 










Eigentlich liegen alle hier am Tag nur am wunderschönen Strand. Zwischendurch trifft man sich zu einer gemütlichen Partie Beachvolleyball bevor mit einem kühlen Bier in das 30°C warme Wasser eintaucht. Es ist das wärmste Wasser, in dem ich je war. Es ist fast keine Abkühlung mehr. Dennoch ist es einfach toll zu sehen, wie sich hier jeder einfach nur gehen lässt und immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Alle wissen, dass sie sich hier im wohl authentischsten aller Paradiese überhaupt befinden. Am Abend gibt es überall BBQ für 5$. Dabei ist auch immer frischgefangener Fisch. In einigen Bars trifft man sich dann zur Cocktail-Happy-Hour. Es ist keine Partyatmossphäre, eher gemütliches Beisammensein. Gegen Mitternacht ist es meist überall ruhig. Wenn die Elektrizität ausgeschallten wird, ist es hier so dunkel, dass man sich am Strand die Sterne anschauen kann und dabei sogar die gesamte Milchstrasse bestaunen kann. Was mir hier auch richtig gut gefällt ist Folgendes. Auf vielen anderen Inseln findet man häufig sehr viele Hippies, die alle ein wenig zu alternativ für meine Geschmack sind. Hier findet man endlich mal viel mehr „normale“ Backpacker, die nicht den ganzen Tag nur irgendwo stoned herumliegen und ständig dem Drang der Gesellschaft entfliehen wollen. Man kann hier auch Tauchen, Schnorcheln und einige andere Sportarten betreiben. Die meiste Zeit treiben sich aber alle irgendwo an den Stränden herum. Man kann sagen was man will, aber Koh Rong ist definitiv der vollkommene Ort, an dem Backpacker für eine Zeit der Zivilisation entfliehen können. Die Zeit steht still hier. Es gibt keine Geldautomaten. Schuhe und selbst Flips Flops braucht man nur äußerst selten.








 
4 Tage bin ich jetzt schon hier und ich liebe es. Den ganzen Tag nur faulenzen und Nichtstun. Ich fühle mich schon ein wenig wie Robinson Crusoe. Einen Tag bin ich dann mal durch den doch recht dichten Dschungel gelaufen und bin dann auf der anderen Seite am 7,5km langen Long Beach herausgekommen. Ich bin den ganzen Strand vor und zurück gealufen. Keine Menschenseele war dort. Nur ich und der Strand. In der Siedlung kann man sich sogar Zelte für 5$ ausleihen und dann im Zelt irgendwo am Long Beach übernachten. Ich habe da einen Bungalow doch lieber ;-) Die ersten 2 Tage habe ich mir mit 2 Leuten einen Bungalow geteilt. Die sind dann aber abgereist und ich dachte mir, man gönnt sich ja sonst nichts. Jetzt habe ich meinen eigenen Bungalow für 30$ die Nacht, was eigentlich weit über meinem Budget liegt. Aber hey, man ist ja schließlich nur einmal im Paradies richtig? 

Blick von meinem Bungalow
Long Beach
Einfach von einer anderen Welt dieser Strand













Wenn ich mir nur allein diese ganzen Bilder ansehe, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Eigentlich sollte ich hier gar nicht soviel über Koh Rong preis geben. Umso mehr Touristen Koh Rong für sich entdecken, desto mehr wird Koh Rong an Charme und seiner natürlichen Schönheit verlieren. Ich bin froh es gesehen zu haben bevor dies passiert. Koh Rong hat mich zu tiefst beeindruckt und ich werde jetzt noch 3 weitere Tage hierbleiben. Es war aber zugleich auch der wirklich allerallerletzte Ort, der auf meiner Reiseliste stand. Wahnsinn. Es ist vollbracht. Als ich Australien verlassen habe, hatte ich mir die Latte ziemlich hoch gesetzt. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich wirklich alle ins Auge gefassten Länder im Pazifik und in Südostasien bis Kambodscha noch mitnehmen würde und könnte. Das ich es nun wirklich durchgezogen habe ist einfach unglaublich. Die Frage, die jetzt natürlich offen bleibt. Noch immer habe ich keinen Rückflug in der Tasche. Habe ich da etwa schon wieder einen geheimen Plan ausgeheckt?

4K Beach
So wunderschön und doch menschenleer :)
Ohne Worte!







1 Kommentar:

  1. ... da scheinst Du das Paradies ja gefunden zu haben :)
    Herzlich, Julika - die auf die geheimen Pläne gespannt ist!

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